Anglo und Teck erzielen Aktionärszustimmung
Große Kupferfusion rückt nach klaren Voten näher und wartet auf globale Prüfungen

Die Aktionäre von Anglo American und Teck Resources haben einem zuvor angekündigten Zusammenschluss zugestimmt, wodurch die letzte große Hürde vor den anstehenden regulatorischen Prüfungen genommen wurde. Die Zustimmung der Anteilseigner gilt als wesentlicher Schritt zur Gründung eines neuen Unternehmens, das sich zu einem bedeutenden Anbieter im globalen Kupfermarkt entwickeln soll. Anglo American teilte mit, dass mehr als 99,17 Prozent der abgegebenen Stimmen der in London gelisteten Gesellschaft für den Zusammenschluss votierten und damit die erforderliche einfache Mehrheit deutlich überschritten wurde.
Auch die Aktionäre von Teck Resources erreichten ihre notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit. Das neue Unternehmen mit dem Namen Anglo-Teck soll seinen Hauptsitz in Vancouver erhalten, während die primäre Börsennotierung in London geplant ist. Beide Unternehmen hatten ihre Fusionspläne erstmals im September vorgestellt. Der gesamten Transaktion liegt ein rein aktienbasierter Zusammenschluss ohne Aufpreis zugrunde, der mit einem Gesamtwert von 53 Milliarden Dollar beziffert wird. In den vergangenen Jahren hatten beide Konzerne umfassende Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt, die teilweise auf frühere Übernahmeversuche zurückzuführen waren.
Kupfer gewinnt im Zuge der zunehmenden Elektrifizierung und des Wachstums der Industrie rund um künstliche Intelligenz stärker an Bedeutung. Der Rohstoff gilt als zentrales Element für Energieinfrastruktur und Bauvorhaben, weshalb Bergbauunternehmen vermehrt in neue Projekte investieren und damit auf steigende Nachfrage reagieren. Trotz einer Welle von Übernahmeaktivitäten im Sektor wurde bisher keine größere Transaktion abgeschlossen, sodass der nun genehmigte Zusammenschluss besondere Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Eine zentrale Herausforderung für die Fusion lag in der Möglichkeit, dass ein dritter Interessent eingreifen könnte. BHP, der weltweit größte börsennotierte Bergbaukonzern, hatte im November erneut Interesse an Anglo American bekundet. Gleichzeitig standen Aktivisteninvestoren unter anderem bei Rio Tinto unter Druck, einen möglichen Erwerb von Teck zu prüfen. Die nun beschlossene Zusammenführung beider Unternehmen sieht eine zukünftige Jahresproduktion von mehr als 1,2 Millionen Tonnen Kupfer vor. Darüber hinaus rechnen die Unternehmen innerhalb von vier Jahren nach Abschluss der Fusion mit jährlichen Einsparungen und Effizienzgewinnen in Höhe von 800 Millionen Dollar.
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Zur AktienanalyseNach der Aktionärsabstimmung gaben die Aktienkurse beider Unternehmen leicht nach. Die Papiere von Teck verzeichneten ein Minus von 0,8 Prozent, während die Anteile von Anglo American in London 0,5 Prozent niedriger schlossen. Für die Unternehmen steht nun die Einholung regulatorischer Genehmigungen in wichtigen Märkten wie Kanada und China im Vordergrund. Die Prüfungen werden sich voraussichtlich auf Wettbewerbserwägungen und nationale Interessen konzentrieren, insbesondere im Hinblick auf die Einstufung von Kupfer als kritischen Rohstoff.


