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Anglo American: Verlust in Diamanten und Kohle, Kupferausblick verbessert

Der Bergbaukonzern meldet stabile Kupferproduktion, erwartet aber negative Ergebnisse in zwei wichtigen Sparten.

Anglo American: Verlust in Diamanten und Kohle, Kupferausblick verbessert

Anglo American hat für das erste Halbjahr eine weitgehend stabile Kupferproduktion gemeldet und gleichzeitig seine Kostenprognose für Kupfer für das Jahr 2026 gesenkt. Gleichzeitig warnte der an der Londoner Börse notierte Bergbaukonzern, dass die Geschäftsbereiche Diamanten und Kokskohle im ersten Halbjahr ein negatives bereinigtes Ergebnis ausweisen werden. Die Meldung verdeutlicht die gespaltene Lage des Unternehmens: Während das Kerngeschäft mit Kupfer stabil läuft, belasten schwache Rohstoffmärkte andere Sparten erheblich.

Bei der Kupferproduktion zeigte sich Anglo American robust: Im ersten Halbjahr förderte das Unternehmen 343.600 Tonnen Kupfer, nach 342.200 Tonnen im Vorjahreszeitraum. An der Jahresprognose von 700.000 bis 760.000 Tonnen hält der Konzern fest. Die gesenkten Kostenerwartungen für 2026 signalisieren zudem eine verbesserte operative Effizienz im Kupferbereich.

Diamantenmarkt unter Druck

Trotz eines bemerkenswerten Anstiegs der Diamantenförderung um 88 Prozent im zweiten Quartal bleibt die Lage in dieser Sparte schwierig. Anglo American begründet das erwartete negative Ergebnis mit schwacher Nachfrage und niedrigeren Preisen, die den Markt weiterhin belasten. Der Diamantenmarkt befindet sich seit einigen Jahren in einem strukturellen Wandel, unter anderem durch den wachsenden Wettbewerb durch synthetische Diamanten.

Vor diesem Hintergrund treibt Anglo American den Umbau seines Portfolios konsequent voran. Das Unternehmen plant den Verkauf seiner Kokskohle- und Nickelgeschäfte sowie die Abspaltung der Diamantensparte De Beers. Für die Übernahme von De Beers hat Anglo bereits ein bevorzugtes Konsortium unter der Leitung des ehemaligen De-Beers-Chefs Gareth Penny ausgewählt.

Botswana prüft Vorkaufsrecht bei De Beers

Botswana, das 15 Prozent an De Beers hält, prüft derzeit, ob es von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch macht und den Anteil selbst oder über einen Dritten erwirbt. Dies geht aus Angaben eines Regierungsvertreters hervor. Botswana ist als einer der weltgrößten Diamantenproduzenten eng mit dem Schicksal von De Beers verknüpft und hat ein erhebliches strategisches Interesse an der künftigen Eigentümerstruktur des Unternehmens.

Parallel dazu schreitet die geplante Fusion mit dem kanadischen Bergbaukonzern Teck Resources voran. Anglo American erklärte, die Transaktion sei weiterhin auf Kurs, wobei die Genehmigung durch China die letzte noch ausstehende regulatorische Hürde darstelle. Die Fusion würde den weltweit fünftgrößten Kupferproduzenten schaffen – ein strategisch bedeutsamer Schritt angesichts der weltweit wachsenden Nachfrage nach Kupfer, das als Schlüsselrohstoff für die Energiewende und Elektromobilität gilt.

Strategischer Umbau auf der Zielgeraden

Anglo American befindet sich damit in einer entscheidenden Transformationsphase. Der Konzern fokussiert sich zunehmend auf Kupfer als Wachstumstreiber und trennt sich von Geschäftsbereichen, die unter Marktdruck stehen oder nicht zum Kernportfolio passen. Für Anleger bleibt die Entwicklung der Rohstoffpreise – insbesondere bei Diamanten und Kokskohle – ein wesentlicher Risikofaktor, während die Kupferstrategie mittelfristig Potenzial bietet.

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