Analysten unter der Lupe: L&G, HKEX und UOB im Check
Citi stuft Legal & General auf „Sell" herab, während HKEX und UOB positive Aussichten erhalten.

Drei Finanzwerte stehen aktuell im Fokus der Analysten: Legal & General aus Großbritannien, Hong Kong Exchanges & Clearing sowie die United Overseas Bank aus Singapur. Die Einschätzungen der Investmentbank Citi und von Macquarie Capital zeichnen ein differenziertes Bild der globalen Finanzdienstleistungsbranche.
Legal & General: Citi senkt auf „Sell"
Die Citigroup hat ihre Empfehlung für den britischen Finanzdienstleister Legal & General (L&G) von „Neutral" auf „Sell" herabgestuft. Hintergrund ist eine deutliche Kursrally: Die Aktie liegt seit Anfang 2026 rund 18% im Plus, was die Bewertung nach Einschätzung der Analysten ambitioniert erscheinen lässt. Zum Zeitpunkt der Analyse notierte das Papier 1,8% tiefer bei 310,69 Pence.
Die Citi-Analysten sehen für 2026 strukturelle Gegenwind: Sinkende Volumina bei Pensionsübernahmen dürften zu niedrigeren Mittelzuflüssen führen als bislang erwartet. Konkret reduzierten die Analysten ihre Schätzung für die Mittelzuflüsse im Zeitraum 2026 bis 2027 um 4,5%, da weniger Pensionsübernahmen zu geringeren Margen abgeschlossen wurden.
Beim bereinigten operativen Ergebnis je Aktie (EPS) rechnet Citi für das laufende Jahr mit einem Anstieg von 8% – und liegt damit unter der eigenen Konzernprognose von L&G, die 9% Wachstum in Aussicht stellt. Übernahmespekulationen könnten die Aktie zwar weiterhin stützen, doch L&G habe erklärt, sich ausschließlich auf die Umsetzung der eigenen Strategie zu konzentrieren.
Hong Kong Exchanges & Clearing: Starkes Quartal erwartet
Für die Hongkonger Börse Hong Kong Exchanges & Clearing (HKEX) zeigt sich Citi-Analyst Michael Zhang optimistisch. Er erwartet für das zweite Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn ein Plus von jeweils 13% im Jahresvergleich. Treiber seien ein starker Aktienhandel in Hongkong, Beiträge durch Neunotierungen sowie eine rege Handelsaktivität zwischen Hongkong und dem chinesischen Festland.
Die Zahl der Börsengänge (IPOs) zog im zweiten Quartal spürbar an: 47 Neunotierungen standen 40 im ersten Quartal gegenüber. Allerdings dürften die Erträge aus Margin-Fonds auf Quartalsbasis sinken, da die Margin-Anforderungen der Kunden für bestimmte Produkte niedriger ausfielen. Citi behält die Kaufempfehlung bei, senkt jedoch das Kursziel von 530,00 auf 495,00 Hongkong-Dollar – basierend auf dem 31-fachen des erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnisses für 2027. Die Aktie notierte zuletzt 0,6% höher bei HK$414,00.
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Zur AktienanalyseUnited Overseas Bank: Substanzwert mit Potenzial
Die United Overseas Bank (UOB) aus Singapur gilt laut Jayden Vantarakis von Macquarie Capital im Vergleich zu ihren lokalen Wettbewerbern als relativer Substanzwert. Das erwartete Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,3 entspricht einem Abschlag von 48% gegenüber dem Durchschnitt der singapurischen Konkurrenten – ein Bewertungsniveau, das Macquarie als attraktiv einstuft.
Als potenziellen Kurstreiber nennt der Analyst die sich verbessernde Dynamik im Vermögensverwaltungsgeschäft. Gleichzeitig weist er auf ein zentrales Risiko hin: Die Asset-Qualität bleibt belastet, da einzelne größere notleidende Kredite im Gewerbeimmobiliensektor weiterhin auf dem Portfolio lasten. Macquarie hebt das Kursziel dennoch um 3% auf 46,57 Singapur-Dollar an, unter anderem um niedrigere Kapitalkosten zu berücksichtigen. Die UOB-Aktie schloss zuletzt bei S$43,30. Das „Outperform"-Rating bleibt bestehen.


