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Analysten heben Kursziele für NatWest und Lloyds an

Nach starker Berichtssaison sehen Berenberg und UBS weiteres Aufwärtspotenzial für britische Bankaktien.

Analysten heben Kursziele für NatWest und Lloyds an

Die britischen Bankaktien NatWest Group und Lloyds Banking Group befinden sich auf Mehrjahreshöchstständen – und Analysten sehen weiteres Potenzial. Das Analysehaus Berenberg hat sein Kursziel für NatWest auf 880 Pence angehoben und sieht damit ein Aufwärtspotenzial von 25% gegenüber dem aktuellen Kurs. Die Schweizer Großbank UBS traut Lloyds einen Anstieg von 117 Pence auf 133 Pence zu und bekräftigt ihre Kaufempfehlung.

NatWest-Aktien wurden zuletzt auf einem Mehrjahreshoch von 726 Pence gehandelt. Zum Vergleich: Im Oktober 2023 notierte das Papier noch bei 182 Pence. Lloyds erreichte mit 117,9 Pence ebenfalls einen neuen Höchststand – vor drei Jahren lag der Kurs noch bei rund 40 Pence. Beide Titel werden damit auf dem höchsten Niveau seit der Finanzkrise gehandelt.

Starke Quartalsergebnisse als Kurstreiber

Auslöser der jüngsten Kursrally sind überzeugende Quartalszahlen. NatWest übertraf die Gewinnerwartungen der Analysten im zweiten Quartal um 10% und stellte zudem in Aussicht, Aktienrückkäufe sechs Monate früher als geplant wieder aufzunehmen. Lloyds übertraf den Konsens in geringerem Maße, präsentierte jedoch eine strategische Vision für die kommenden vier Jahre.

Im Mittelpunkt der Lloyds-Strategie steht ein ambitioniertes Renditeziel: Das Unternehmen peilt eine Rendite auf das materielle Eigenkapital (Return on Tangible Equity, RoTE) von rund 20% für das Jahr 2030 an. Zum Vergleich: Für 2026 liegt die aktuelle Prognose bei über 16%. Das Ziel liegt zwar leicht unter dem Analystenkonsens von 21,3% vor den Ergebnissen, doch UBS hält die Marktreaktion für angemessen.

Die Neubewertung der britischen Bankaktien wird durch mehrere strukturelle Faktoren gestützt. Dazu zählen der margenfördernde Einsatz struktureller Absicherungen zur Glättung der Zinsvolatilität, robuste Kreditvolumina sowie moderate Trends bei den Wertminderungen. Auch strategische Kosteninitiativen und die gezielte Expansion in zinsunabhängige Bereiche wie die Vermögensverwaltung haben zur starken Performance beigetragen.

Attraktive Ausschüttungsrenditen für Anleger

UBS hebt besonders die Ausschüttungsrenditen von Lloyds hervor. Für die Jahre 2027 und 2028 prognostiziert die Bank jeweils eine Gesamtausschüttungsrendite von 10% – deutlich über dem Sektordurchschnitt von 7 bis 8%. Die von UBS geschätzte Dividende soll von 3,7 Pence im Jahr 2025 auf 5,5 Pence (2027) und 6,3 Pence (2028) wachsen. Das entspräche Dividendenrenditen von 4,7% bzw. 5,4% auf Basis der aktuellen Kurse.

Auch die Deutsche Bank sieht Lloyds positiv und gibt ein Kursziel von 125 Pence aus. Die Analysten begründen dies mit hohem Umsatzwachstum, erheblicher Kapitalgenerierung und hohen Renditen. Bei einer aktuellen Bewertung mit dem 9,5-fachen des für 2027 prognostizierten Gewinns seien die Ziele sehr attraktiv.

UBS weist jedoch auch auf zyklische Risiken hin. Lloyds und einige andere Kreditinstitute hätten begonnen, über sinkende Margen, sich normalisierende Kreditausfälle und steigende Kapitalintensität zu sprechen – Überlegungen, die typisch für die Spätphase eines Zyklus seien. Dennoch ist UBS überzeugt: „Wir glauben, dass der freie Cashflow der Bank unterbewertet ist und dass sich der britische Prozess der Wiederverschuldung in der Mitte oder am Anfang des Zyklus befindet."

Anleger nutzen Höchststände zum Handeln

Die starken Kursgewinne nach den Ergebnissen nutzten einige Anleger zur Gewinnmitnahme. Am Montag gehörten NatWest und Lloyds zu den meistgehandelten Werten auf der Plattform von Interactive Investor. Dennoch entfielen rund vier von zehn Transaktionen auf Käufe oder Aufstockungen bestehender Positionen – ein Zeichen dafür, dass das Vertrauen in die weitere Kursentwicklung der britischen Bankaktien ungebrochen ist.

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