AMS-Osram erzielt Fortschritte bei der Sanierung
Verlust halbiert, Kostensenkungen über Plan und Aktienkurs im Aufwind

Der österreichische Chip- und Sensor-Konzern AMS-Osram verzeichnet deutliche Fortschritte bei seiner Sanierung. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte das Unternehmen seinen Verlust von 1,61 Milliarden Euro im Vorjahr auf 785 Millionen Euro reduzieren. Dieses Ergebnis ist vor allem auf den Ausstieg aus dem Geschäft mit MicroLEDs und die Aufgabe einer nahezu fertiggestellten Fabrik im malaysischen Kulim zurückzuführen. Der Rückzug des einzigen Kunden für diese Technologie, laut Branchenkreisen Apple, spielte dabei eine entscheidende Rolle. Ohne Sondereffekte hätte der Verlust rund 100 Millionen Euro betragen.
Trotz dieser Herausforderungen zeigte sich das Kerngeschäft mit Halbleiterprodukten stabil und wuchs im Jahr 2024 um sieben Prozent. Die Einsparungen lagen deutlich über den Erwartungen. Die Kosten für den Ausstieg aus dem MicroLED-Geschäft beliefen sich auf 576 Millionen Euro und waren damit geringer als die ursprünglich veranschlagten 700 Millionen Euro. Der Konzern optimierte die Nutzung von Ausrüstung und reduzierte den geplanten Stellenabbau. Dennoch wurde ein Sozialplan unterzeichnet, der den Abbau von 500 Arbeitsplätzen, vorwiegend in Regensburg und München, vorsieht.
AMS-Osram plant bis 2026 eine weitere Senkung der Kosten um 225 Millionen Euro. Bis Ende 2024 konnten bereits Einsparungen in Höhe von 110 Millionen Euro erzielt werden, was 35 Millionen Euro über den Erwartungen liegt. Der Verkauf der leerstehenden Fabrik in Kulim steht nun im Fokus, gestaltet sich jedoch aufgrund der schwachen Chip-Konjunktur schwierig.
An der Börse reagierten die Anleger positiv auf die Sanierungsfortschritte. Die Aktie von AMS-Osram stieg an der Zürcher Börse um 17 Prozent auf acht Franken. Vorstandschef Aldo Kamper betonte, dass der Turnaround in vollem Gange sei und die Konzentration auf das Kernportfolio im Halbleitergeschäft sich als richtige Strategie erweise.
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Zur AktienanalyseDer Umsatz des Unternehmens sank im Jahr 2024 um fünf Prozent auf 3,43 Milliarden Euro. Das EBITDA ging ebenfalls um fünf Prozent auf 575 Millionen Euro zurück. Für 2025 erwartet AMS-Osram eine Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte, trotz weiterhin schwacher Nachfrage im ersten Quartal aus der Auto- und Industriebranche. Die gegen China verhängten US-Zölle bereiten dem Unternehmen wenig Sorgen, da bereits einige Produktionslinien nach Malaysia verlagert wurden. Zudem könnte AMS-Osram im Autozuliefer-Geschäft profitieren, da es als einziger großer Hersteller von Auto-Ersatzlampen in den USA gilt.


