American Tungsten plant schrittweise Wiederinbetriebnahme der Del-Sol-Antimonraffinerie
Das ASX-notierte Unternehmen AT4 will die Antimonraffinerie Del Sol in Nevada noch vor Ende des September-Quartals neu starten.

Das an der australischen Börse ASX notierte Unternehmen American Tungsten and Antimony (AT4) hat angekündigt, die Wiederaufnahme des Betriebs seiner Antimonraffinerie Del Sol im US-Bundesstaat Nevada noch vor Ende des laufenden September-Quartals einzuleiten. Die Wiederinbetriebnahme erfolgt dabei in mehreren Phasen, um Risiken beim Hochfahren der Anlage zu minimieren.
Im Mittelpunkt der ersten Produktionschargen steht die Etablierung der Kreislaufleistung, bevor der Durchsatz schrittweise gesteigert wird. Als Rohmaterial für den Neustart des Antimonflocken-Kreislaufs in Del Sol dient Material aus der Antimonmine White Spar, für die AT4 kürzlich eine Übernahmevereinbarung abgeschlossen hat.
Datenerhebung als zentrales Ziel des Neustarts
Der phasenweise Ansatz verfolgt mehrere strategische Ziele gleichzeitig. Neben der Risikominimierung beim Anlaufbetrieb sollen Engpässe in der bestehenden Anlagenkonfiguration identifiziert und zusätzlich benötigte Ausrüstungen ermittelt werden, um die Kapazität innerhalb der vorhandenen Gebäudefläche zu erhöhen.
Das Wiederinbetriebnahme-Programm ist darauf ausgelegt, einen umfassenden Betriebsdatensatz zu generieren. Erfasst werden sollen unter anderem Chargenzykluszeiten, Durchsatz, Antimon-Rückgewinnung, Reagenzien- und Verbrauchsmaterialverbrauch, Stromaufnahme sowie Kathodenqualität und Produktreinheit. Auch Personalbedarf und Wartungsintervalle werden systematisch dokumentiert.
Diese gesammelten Betriebsdaten sollen als technische Grundlage für Planungs- und Designarbeiten einer möglichen Anlagenerweiterung dienen – einschließlich der Spezifikation zusätzlicher Laugentanks, Filterpressen und Elektrolysezellen.
Produktproben für Kunden und Förderanträge bei der US-Regierung
Die im Zuge des Neustarts produzierten Antimonflocken verfolgen einen weiteren wichtigen Zweck: AT4 will damit potenziellen Kunden Produktproben zur Verfügung stellen und die Produktqualifizierung für mögliche Abnahmeverhandlungen vorantreiben. Der Aufbau eines Kundenstamms ist für das Unternehmen ein wesentlicher nächster Schritt auf dem Weg zur kommerziellen Produktion.
Darüber hinaus soll der in der Anlage gewonnene Betriebsdatensatz die technische Basis für Förderanträge bei der US-Regierung bilden. Antimon gilt als kritischer Rohstoff, und die USA bemühen sich aktiv um den Aufbau einer heimischen Versorgungskette, was staatliche Förderprogramme für Projekte wie Del Sol attraktiv macht.
Massive Kapazitätserweiterung geplant
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAT4 hat bereits Ausschreibungen an internationale Ingenieurbüros gerichtet, die eine umfangreiche Erweiterung der Raffinerie abdecken sollen. Geplant ist nicht nur eine Steigerung der Antimonflocken-Kapazität, sondern auch die Hinzufügung von Kreisläufen für Regulus-II-Antimonmetall, Antimontrisulfid, Natriumantimonat und Ammoniumparawolframat (APT).
In diesem Zusammenhang hat AT4 bereits ein Vorgespräch mit der Nevada Division of Environmental Protection geführt. Dabei wurden die Anforderungen für einen formellen Antrag zur Erweiterung der genehmigten Kapazität in Del Sol von derzeit 18.500 Short Tons Einsatzmaterial pro Jahr auf rund 100.000 Short Tons pro Jahr erörtert. Zusätzlich soll die Genehmigung für die APT-Produktion beantragt werden – eine Erweiterung, die das Produktportfolio der Raffinerie erheblich verbreitern würde.
Wichtig für Investoren: Sowohl die Raffinerie Del Sol als auch die Mine White Spar sind Gegenstand eines am 28. Juli angekündigten Anteilskaufvertrags, der zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen wurde. AT4 betont ausdrücklich, dass alle laufenden Arbeitsprogramme unter dem Vorbehalt des erfolgreichen Abschlusses dieser Übernahme stehen.


