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America Movil plant neue Investitionen nach gescheiterter Telefonica-Übernahme in Chile

Mexikanischer Telekomriese setzt auf Schuldenabbau und weitere Akquisitionen in Lateinamerika nach verpasstem Deal.

America Movil plant neue Investitionen nach gescheiterter Telefonica-Übernahme in Chile

America Movil, der von der Familie des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim kontrollierte Telekomkonzern, richtet seine Investitionsstrategie neu aus. Nachdem die französische Holdinggesellschaft NJJ und die luxemburgische Millicom die Übernahme von Telefonica Chile für 1,2 Milliarden US-Dollar erfolgreich abgeschlossen haben, konzentriert sich das Unternehmen auf alternative Wachstumschancen.

CFO Carlos Garcia kündigte in einer Telefonkonferenz an, dass America Movil die notwendigen Investitionen tätigen werde, um in Chile wettbewerbsfähig zu bleiben. Die ursprünglich für die Telefonica-Übernahme vorgesehenen Mittel sollen nun in den Schuldenabbau fließen und für weitere Akquisitionsmöglichkeiten in der Region bereitgehalten werden.

Die geplante Allianz mit der chilenischen Entel zur gemeinsamen Übernahme von Telefonica Chile war Ende 2025 gescheitert. Anschließend hatte America Movil versucht, das Geschäft allein zu verfolgen, unterlag jedoch letztlich der Konkurrenz.

Konsolidierung im lateinamerikanischen Markt

"Ich denke, es wird eine Konsolidierung im Markt geben, und wir wollen darauf vorbereitet sein, zu konsolidieren", erklärte CEO Daniel Hajj gegenüber Analysten. Das Unternehmen hat dabei kleine Glasfaseranbieter in Lateinamerika sowie den brasilianischen Internetprovider Desktop im Visier, mit dem man sich bereits in Gesprächen befinde.

Die strategische Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund starker Quartalszahlen. America Movil meldete einen nahezu verfünffachten Nettogewinn, der hauptsächlich auf positive Währungseffekte zurückzuführen ist. Diese halfen, die Finanzierungskosten drastisch zu senken, während der Umsatz um etwas mehr als 3 Prozent stieg.

Solide Performance trotz regionaler Unterschiede

Analysten von JPMorgan bewerteten das Quartal als "ordentlich" mit besonders solider Performance in Mexiko und Kolumbien. In Brasilien, einem der wichtigsten Märkte für America Movil, verlief der Fortschritt hingegen etwas langsamer als erwartet. Die Aktien des Unternehmens legten im morgendlichen Handel nach Bekanntgabe der Zahlen leicht zu.

Mit der neuen Strategie positioniert sich America Movil als aktiver Konsolidierer im lateinamerikanischen Telekommunikationsmarkt und will von der erwarteten Marktbereinigung profitieren.

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