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AMD greift Nvidia im KI-Kerngeschäft an

Mit neuen Chips, Zukäufen und OpenAI-Unterstützung wächst der Druck auf den Marktführer

AMD greift Nvidia im KI-Kerngeschäft an

Mit einem Anteil von lediglich acht Prozent ist AMD ein Zwerg im Vergleich zum KI-Giganten Nvidia, der mehr als 80 Prozent des Marktes für KI-Beschleuniger kontrolliert. Dennoch präsentiert sich AMD als selbstbewusster Herausforderer, der den Platzhirsch zunehmend unter Druck setzt. Die treibende Kraft hinter dieser Offensive ist AMD-Chefin Lisa Su, die auf geringere Preise, schnellere Verfügbarkeit und den strategischen Wandel hin zur Anwendung Künstlicher Intelligenz – der sogenannten Inferenz – setzt.

Um im Wettstreit bestehen zu können, baut AMD sein Produktportfolio konsequent aus. Allein im vergangenen Jahr wurden 25 Unternehmen im Rahmen der KI-Offensive übernommen, darunter ZT Systems für 4,9 Milliarden Dollar und das europäische KI-Labor Silo AI für 665 Millionen Dollar. Die jüngste Produktvorstellung war der neue KI-Beschleuniger MI350, der laut AMD in der Inferenz höhere Leistung als Nvidias aktuelles Spitzenmodell B200 bieten soll – insbesondere dank größerem Arbeitsspeicher.

Inferenz, also die Anwendung von KI-Modellen in Echtzeit, etwa in Chatbots oder autonomen Fahrzeugen, gilt als wachstumsstarkes Feld. Su beziffert den Output-Vorteil der MI350-Serie auf rund 40 Prozent mehr Tokens pro investiertem Dollar im Vergleich zu Nvidia. Diese Effizienz sei entscheidend, da Unternehmen immer stärker auf Betriebskosten und konkreten Nutzen achten. Unterstützung erhielt AMD bei der Produktpräsentation von OpenAI-Chef Sam Altman, einem prominenten Nvidia-Kunden, der ankündigte, künftig auch auf AMDs Produkte zu setzen.

Während Nvidia mit seiner CUDA-Plattform tief in der Software-Landschaft verankert ist, kontert AMD mit einer offenen Alternative namens ROCm. Man wolle ein Monopol bei KI-Infrastruktur verhindern, betont AMD-Manager Forrest Norrod. Im Hintergrund kämpft AMD zudem mit Lieferfähigkeit und Betriebskosten, wo sich Chancen ergeben, Kunden von Nvidia abzuwerben. Besonders Cloud-Anbieter wie Microsoft und Meta setzen bereits auf AMDs Chips.

Zwar erkennen Analysten an, dass Nvidia das Tempo im Markt vorgibt, sie trauen AMD aber einen wachsenden Marktanteil bis 2026 zu. Mit der angekündigten MI400-Serie will AMD im kommenden Jahr Nvidias nächster Generation entgegentreten. An der Börse bleibt AMD bislang allerdings hinter Nvidia zurück: Während Nvidia um rund sechs Prozent zulegte, stagniert die AMD-Aktie seit Jahresbeginn.

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