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AmCham Taiwan hofft auf Durchbruch beim Doppelbesteuerungsabkommen mit USA

Nach dem neuen Handelsabkommen zwischen Washington und Taipeh sieht die Amerikanische Handelskammer Taiwan neue Chancen für ein lange blockiertes Steuerabkommen.

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AmCham Taiwan hofft auf Durchbruch beim Doppelbesteuerungsabkommen mit USA

Die Amerikanische Handelskammer in Taiwan (AmCham Taiwan) zeigt sich optimistisch, dass ein seit Jahren festgefahrenes Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den USA und Taiwan endlich Fortschritte machen könnte. Carl Wegner, Präsident der AmCham Taiwan, äußerte sich am Dienstag in Taipeh hoffnungsvoll – und kündigte an, noch in dieser Woche eine Delegation nach Washington zu führen, um das Thema direkt mit US-Regierungsvertretern zu besprechen.

Wegner betonte die besondere Stellung Taiwans unter den wichtigsten US-Handelspartnern: „Unter den zehn wichtigsten Handelspartnern der USA ist Taiwan das einzige Land ohne ein solches Abkommen." Ein Doppelbesteuerungsabkommen würde verhindern, dass Unternehmen und Investoren in beiden Ländern für dieselben Einkünfte Steuern zahlen müssen – ein erhebliches Hindernis für grenzüberschreitende Investitionen.

Neues Handelsabkommen als Katalysator

Als möglichen Treiber für Fortschritte sieht Wegner das sogenannte Agreement on Reciprocal Trade (ART), das Anfang des Jahres zwischen den USA und Taiwan unterzeichnet wurde. Dieses Abkommen senkte die ursprünglich von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle auf taiwanesische Exporte, während sich Taiwan im Gegenzug verpflichtete, seine Käufe aus den USA zu erhöhen. „Hoffentlich bietet das ART die Gelegenheit, dies in naher Zukunft weiter voranzutreiben", sagte Wegner.

Der AmCham-Präsident zeigte sich überzeugt, dass sich die Beziehungen zwischen Taiwan und den USA durch das ART deutlich verbessert haben. „Es setzt einen guten Rahmen, und ich denke, man ist über diese Chance sehr erfreut", so Wegner. Damit befänden sich beide Seiten in einer deutlich besseren Position als noch vor einem Jahr, als Trump weitreichende Zölle gegen zahlreiche Länder weltweit angekündigt hatte.

Trotz des Optimismus mahnte Wegner zur Vorsicht: „Wir hören, dass es Fortschritte gibt – natürlich hören wir das schon seit vielen Jahren." Die Verhandlungen über das Doppelbesteuerungsabkommen waren im US-Senat ins Stocken geraten, obwohl Taiwan seit Langem auf einen Abschluss drängt, um Investitionshürden abzubauen.

Taiwan als strategischer Partner der USA

Im Weißbuch 2026 der AmCham Taiwan, das anlässlich der Pressekonferenz veröffentlicht wurde, wird Taiwans Bedeutung als strategischer Partner der USA unterstrichen. Als bedeutender Halbleiterproduzent sei Taiwan ein wichtiger Partner für Stabilität und Sicherheit im asiatisch-pazifischen Raum. Darüber hinaus heißt es in dem Dokument, dass taiwanesische Unternehmen aufgrund ihrer Kompetenz in der Elektronikbranche zu den weltweit führenden Entwicklern von Drohnen und anderer Ausrüstung für die asymmetrische Kriegsführung gehören. Die Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit US-Partnern in Forschung, Entwicklung und gemeinsamer Produktion seien „enorm".

Die AmCham Taiwan vertritt mehr als 500 Mitgliedsunternehmen und feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen. Die Organisation gilt als wichtige Stimme der US-amerikanischen Wirtschaft in Taiwan und pflegt enge Kontakte sowohl zur taiwanesischen Regierung als auch zu Entscheidungsträgern in Washington.

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