Amazon und Co.: Diese Aktien glänzen vor den Quartalszahlen
Mehr als 150 S&P-500-Unternehmen berichten nächste Woche – darunter vier der „Magnificent Seven" mit starkem Analystenrückhalt.

Der Höhepunkt der laufenden Berichtssaison steht unmittelbar bevor. In der kommenden Woche werden mehr als 150 Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Quartalsergebnisse präsentieren. Besonders im Fokus stehen Apple, Microsoft, Meta Platforms und Amazon, die allesamt am Mittwoch und Donnerstag berichten – mehr als die Hälfte der sogenannten „Magnificent Seven".
CNBC Pro hat gemeinsam mit dem Datenanbieter FactSet jene S&P-500-Unternehmen identifiziert, die mit beschleunigtem Gewinnmomentum in die Berichtswoche gehen. Die Auswahlkriterien sind klar definiert: Analysten müssen ihre Gewinnschätzungen in den letzten drei und sechs Monaten um mindestens 10 % angehoben haben, mindestens 55 % der Analysten müssen ein „Buy"- oder „Overweight"-Rating vergeben, und das durchschnittliche Aufwärtspotenzial zum Kursziel muss bei 20 % oder mehr liegen.
Amazon an der Spitze mit über 400 % Schätzungsrevision
Amazon führt die Liste an und berichtet am Donnerstag. Die Erwartungen der Anleger sind außergewöhnlich hoch: Die Gewinnschätzungen wurden in den vergangenen 90 Tagen um mehr als 400 % nach oben korrigiert – ein bemerkenswerter Wert, der das enorme Vertrauen des Marktes in den Konzern widerspiegelt. Die Aktie verzeichnet seit Jahresbeginn ein leichtes Plus.
Truist Securities bekräftigte am Montag seine Kaufempfehlung für Amazon und hält an seinem Kursziel von 320 US-Dollar fest – das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 38 % gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Analyst Youssef Squali begründet seinen Optimismus mit dem Cloud-Geschäft: „Wir glauben, dass der Fokus der Anleger weiterhin auf AWS liegt, das im fünften Quartal in Folge eine sequentielle Beschleunigung des Wachstums im Jahresvergleich zeigen sollte, angetrieben durch die Stärke sowohl im Kerngeschäft als auch bei KI-bezogenen Workflows."
IQVIA: Trotz Kursrückgang breite Analystenunterstützung
Ein weiteres Unternehmen auf der Liste ist IQVIA Holdings, ein Spezialist für Gesundheits-IT. Die Aktie hat in diesem Jahr fast 8 % verloren, dennoch bewerten 80 % der beobachtenden Analysten den Titel mit „Buy" oder „Overweight". IQVIA berichtet am Dienstag.
Deutsche-Bank-Analyst Justin Bowers sieht die bisherige Underperformance als ungerechtfertigt an. In einer Mitteilung vom 9. Juli schrieb er, die Aktie habe aufgrund „unbegründeter Befürchtungen" hinsichtlich des Geschäftsmixes sowie der Bedrohung durch künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen gelitten. Er verweist auf positive Branchensignale: „Jüngste Branchenchecks und günstige Makrotrends wie eine stärkere Biotech-Finanzierung und zunehmende M&A-Aktivitäten im Biopharma-Sektor belegen die zyklische Erholung der Endmarktnachfrage." Die Deutsche Bank hat ein Kursziel von 240 US-Dollar festgelegt, was einem Anstieg von 15 % in den nächsten zwölf Monaten entspricht.
Vertiv Holdings: Fast 80 % Kursgewinn im Jahr 2026
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Zur AktienanalyseBesonders beeindruckend ist die Performance von Vertiv Holdings. Das auf Stromversorgung und Kühlung für Rechenzentrumsinfrastruktur spezialisierte Unternehmen hat seine Aktionäre im Jahr 2026 mit einem Kursanstieg von fast 80 % begeistert. Auch hier haben Analysten die Gewinnschätzungen je Aktie in den vergangenen drei Monaten um 393 % nach oben korrigiert. Vertiv berichtet am Mittwoch.
Das Analysehaus Baird nahm die Aktie am 15. Juli mit einem „Outperform"-Rating und einem Kursziel von 370 US-Dollar in die Beobachtung auf – ein Aufwärtspotenzial von 27 % gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Analyst Luke Junk hebt die enge Verbindung zu Nvidia hervor: „Wir schätzen Vertiv als reinen Rechenzentrumswert, dessen grundlegende Ausrichtung auf Nvidia eine starke Sichtbarkeit für Innovationen unterstützt." Nvidia und Vertiv haben bereits bei mehreren KI-Infrastrukturprojekten zusammengearbeitet. Zudem lobte Junk die „24 Milliarden Dollar schwere Kapitalallokations-Bazooka" des Unternehmens sowie den Ausbau des Umsatzes pro Megawatt und der Dienstleistungssparte.
Weitere Unternehmen, die auf der CNBC-Pro-Liste erscheinen, sind Generac Holdings, CBRE Group und Cigna. Für Anleger, die die Berichtssaison aktiv verfolgen, bieten diese Titel laut Analysteneinschätzungen überdurchschnittliche Chancen auf positive Überraschungen.


