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Amazon setzt auf eigene KI-Lösungen

Neue Modelle und Chips sollen Unabhängigkeit und Kostenvorteile sichern

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Amazon setzt auf eigene KI-Lösungen

Amazon hat auf der hauseigenen IT-Konferenz Reinvent in Las Vegas eine klare Botschaft ausgesendet: Der Konzern will sich im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) unabhängig von Drittanbietern wie Nvidia machen. Amazon-Chef Andy Jassy präsentierte dabei nicht nur neue KI-Modelle, sondern auch eigene Halbleiterlösungen, die den dominanten Marktpositionen von Nvidia und anderen Konkurrenten entgegentreten sollen.

Im Zentrum der Ankündigungen standen die neuen KI-Modelle namens Nova, die ab sofort über die Cloud-Tochter Amazon Web Services (AWS) verfügbar sind. Diese Modelle sind in der Lage, Texte, Sprache, Bilder und Videos zu verarbeiten und zu erstellen, und sollen von Beginn an 200 Sprachen unterstützen. Erste Tests zeigen, dass Nova mit Konkurrenzangeboten wie Googles Gemini oder dem von Microsoft vertriebenen GPT von OpenAI vergleichbar ist – allerdings zu deutlich niedrigeren Preisen. Amazons Technikchef Werner Vogels unterstrich diesen Ansatz und verglich das Angebot mit einer Handelsmarke im Supermarkt, die hochwertige Produkte zu günstigeren Konditionen bereitstellt.

Neben den KI-Modellen präsentierte Amazon auch neue Entwicklungen im Bereich der Halbleitertechnologie. Mit den Trainium2-Chips, die AWS-Chef Matt Garman vorstellte, bietet der Konzern eine Alternative zu den GPUs von Nvidia. Diese Chips, ursprünglich für Grafikanwendungen entwickelt, sind entscheidend für die KI-Entwicklung. Amazon verfolgt das Ziel, die Abhängigkeit von Nvidia zu reduzieren und gleichzeitig kostengünstigere Optionen anzubieten. Laut Garman soll die dritte Generation der Trainium-Chips Ende 2025 auf den Markt kommen und doppelte Leistung bei geringerem Stromverbrauch liefern.

Ein bemerkenswertes Detail der Präsentation war die öffentliche Unterstützung durch Apple. Der Technologiekonzern, der bislang Chips von Google nutzte, kündigte an, künftig auf Amazons Trainium2-Chips zu setzen. Apple sieht darin Potenzial für die Weiterentwicklung seines KI-Dienstes „Apple Intelligence“. Laut Gadi Hutt, Direktor bei Amazons Chipentwickler Annapurna Labs, steht Effizienzsteigerung im Fokus der neuen Chips, um die Stromversorgung der Rechenzentren zu optimieren.

Trotz der ambitionierten Pläne gibt es auch Einschränkungen. Hutt räumte ein, dass die Trainium-Chips nicht in allen Einsatzbereichen konkurrenzfähig sind. Anwendungen wie Wettervorhersagen seien für diese Technologie weniger geeignet. Dennoch sieht Amazon die Vorteile seiner Chips bei großen Kunden wie Adobe oder Anthropic, die in der Lage sind, ihre Entwicklungsprojekte entsprechend anzupassen.

AmazonKünstliche IntelligenzTechnologie

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