Amazon öffnet seine Logistikinfrastruktur für externe Unternehmen
Mit den neuen „Amazon Supply Chain Services" erhalten Unternehmen aller Größen Zugang zur gesamten Logistik- und Fulfillment-Infrastruktur des Konzerns.

Amazon (AMZN) macht einen strategisch bedeutsamen Schritt: Der US-amerikanische E-Commerce-Gigant öffnet seine umfassende Lieferketten- und Logistikinfrastruktur künftig auch für externe Unternehmen. Genau jene Infrastruktur, die Amazon selbst zu einem der mächtigsten Onlinehändler der Welt gemacht hat, soll nun auch anderen Betrieben zur Verfügung stehen. Die Amazon-Aktie reagierte auf die Ankündigung mit leichten Kursgewinnen im frühen Handel.
Unter dem Namen „Amazon Supply Chain Services" bündelt der in Seattle ansässige Konzern sein gesamtes Portfolio an Logistikleistungen. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an Unternehmen aller Art und Größe – nicht nur an bestehende Amazon-Partner oder Marketplace-Händler.
Was die neuen Supply Chain Services umfassen
Das neue Dienstleistungspaket deckt laut Amazon das „gesamte Portfolio an Fracht-, Distributions-, Fulfillment- und Paketversandkapazitäten" des Unternehmens ab. Damit erhalten externe Betriebe Zugang zu einer Logistikinfrastruktur, deren Aufbau Amazon über Jahrzehnte und mit Milliarden an Investitionen vorangetrieben hat. Für viele kleine und mittelständische Unternehmen könnte dies einen erheblichen Wettbewerbsvorteil bedeuten.
Amazon hat in den vergangenen Jahren massiv in seine Logistik investiert und ein weltweites Netzwerk aus Lagerhäusern, Verteilzentren und eigenen Lieferdiensten aufgebaut. Dieses Netzwerk gilt als eines der effizientesten und leistungsfähigsten der Welt. Bislang war der Zugang dazu im Wesentlichen auf den eigenen Marktplatz und das Fulfillment-by-Amazon-Programm (FBA) beschränkt.
Strategische Bedeutung für den Markt
Mit der Öffnung seiner Lieferkettenkapazitäten für den allgemeinen Markt betritt Amazon ein neues Geschäftsfeld und tritt in direkten Wettbewerb mit etablierten Logistikdienstleistern. Unternehmen wie DHL, UPS oder Kühne+Nagel könnten durch das neue Amazon-Angebot unter Druck geraten, da Amazon auf eine bereits bestehende und bewährte Infrastruktur zurückgreifen kann.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger ist dieser Schritt besonders interessant, da er Amazons Strategie der Diversifizierung seiner Einnahmequellen unterstreicht. Ähnlich wie Amazon Web Services (AWS) einst als interne IT-Infrastruktur begann und heute ein eigenständiges, hochprofitables Geschäftssegment darstellt, könnte das Logistikgeschäft langfristig zu einer weiteren wichtigen Erlösquelle des Konzerns werden.
Das Modell, intern aufgebaute Kapazitäten als Dienstleistung an Dritte zu vermarkten, hat sich bei Amazon bereits mehrfach bewährt. Ob die neuen Supply Chain Services eine ähnliche Erfolgsgeschichte schreiben werden, bleibt abzuwarten – das Potenzial ist jedoch erheblich, angesichts des globalen Bedarfs an effizienten Logistiklösungen.


