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Amazon lizenziert KI-Shopping-Technologie an andere Einzelhändler weltweit

Der Tech-Konzern will das Rückgrat des KI-gestützten Shoppings im gesamten Web werden – und wiederholt damit sein AWS-Erfolgsmodell.

Amazon lizenziert KI-Shopping-Technologie an andere Einzelhändler weltweit

Amazon weitet seine KI-Ambitionen im Einzelhandel deutlich aus. Der Konzern lizenziert seine hauseigene KI-Shopping-Technologie nun an andere Einzelhändler – darunter potenziell auch direkte Wettbewerber. Ziel ist es, das technologische Rückgrat des KI-gestützten Shoppings im gesamten Web zu werden.

In einem Blogbeitrag vom Mittwoch erklärte Amazon, dass es die „Architektur, den Starter-Code und die Erkenntnisse" von Alexa for Shopping bündelt und der gesamten Einzelhandelsbranche zur Verfügung stellt. Der neue Dienst soll es Einzelhändlern ermöglichen, eigene KI-Shopping-Tools – zugeschnitten auf ihr Ladenlokal, ihren Produktkatalog und ihr Branding – „in nur 60 Tagen" einzuführen.

Bewährtes Modell: Vom internen Tool zum externen Dienst

Für Amazon ist dieser Schritt keine Neuheit, sondern eine bewährte Strategie. Vor rund zwei Jahrzehnten entwickelte das Unternehmen seine interne Cloud-Infrastruktur zur Amazon Web Services (AWS) weiter – heute eine der profitabelsten Sparten des Konzerns. Denselben Ansatz verfolgte Amazon später mit seinem kassenlosen Bezahlsystem sowie mit Lager- und Lieferkettendiensten.

Das neue KI-Shopping-Angebot wird ebenfalls über AWS vermarktet. Das ist kein Zufall: Die Einbindung in die AWS-Plattform könnte Einzelhändler beruhigen, die einer direkten Partnerschaft und dem Datenaustausch mit dem Branchenriesen skeptisch gegenüberstehen.

Anfang dieses Monats hatte Amazon seinen E-Commerce-Chatbot bereits von „Rufus" in „Alexa for Shopping" umbenannt und ihn standardmäßig für Suchanfragen im eigenen Store aktiviert. Die Umbenennung unterstreicht die strategische Bedeutung, die Amazon dem KI-Shopping beimisst.

Erster Kunde: Kate Spade nutzt den Dienst für Geschenk-Assistenten

Als ersten gewonnenen Kunden nannte Amazon die Luxusmodemarke Kate Spade, die zum Tapestry-Konzern gehört. Das Label nutzt den Dienst zur Einführung eines Geschenk-Assistenten. Weitere Einzelhändler befinden sich laut Amazon „derzeit in der Testphase".

Amazon betonte in seinem Blogbeitrag, dass Einzelhändler ihre eigenen KI-Tools entwickeln sollten, anstatt die Kontrolle über das Einkaufserlebnis an einen „Vermittler" abzugeben. „Einzelhändler verfügen bereits über tiefgreifendes vertikales Wissen über ihre Produkte, Kunden und Kategorien, mit dem keine Allzweck-KI mithalten kann", so das Unternehmen.

Wettbewerb im KI-Shopping nimmt Fahrt auf

Der Markt für KI-gestütztes Einkaufen ist stark umkämpft. OpenAI, Google und Perplexity haben bereits eigene Recherche-Tools und Shopping-Agenten eingeführt – allerdings sind einige dieser Bemühungen aufgrund technischer Fehler oder Schwierigkeiten bei der Einbindung von Einzelhändlern ins Stocken geraten.

Große Einzelhändler und Marktplätze wie Walmart, Target, Etsy, Gap und eBay verfolgen einen mehrgleisigen Ansatz: Sie entwickeln eigene Tools und gehen gleichzeitig Partnerschaften mit OpenAI und Google ein. Softwareunternehmen wie Salesforce bewerben ebenfalls Dienste, die Einzelhändlern beim Einsatz von Chatbots und Agenten auf ihren Websites helfen sollen.

Amazon selbst zögerte bislang, Partnerschaften mit konkurrierenden KI-Plattformen einzugehen, und setzte stattdessen auf den Aufbau interner Lösungen. Zudem hat der Konzern seine Website gegen das automatisierte Auslesen durch externe Agenten abgeschirmt. Parallel dazu entwickelt Amazon eine Funktion namens „Buy for Me", die Käufe für Nutzer auf den Websites anderer Einzelhändler tätigen kann.

Offen bleibt die Frage, ob Verbraucher tatsächlich bereit sind, die Entscheidung über einen Kaufabschluss vollständig an KI-Bots zu delegieren – eine Herausforderung, mit der die gesamte Branche zu kämpfen hat.

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