Amazon kürzt USPS-Pakete drastisch – Milliardenverluste drohen
Der E-Commerce-Riese plant, sein Versandvolumen über den US-Postdienst bis Herbst 2025 um mindestens zwei Drittel zu reduzieren.

Amazon plant eine drastische Kürzung der Pakete, die über den US Postal Service (USPS) verschickt werden. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen soll das Volumen bis zum Herbst 2025, wenn der aktuelle Vertrag ausläuft, um mindestens zwei Drittel sinken. Bereits jetzt hat der Konzern begonnen, sein Postvolumen schrittweise zu drosseln.
Der USPS lieferte im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Pakete für Amazon aus – das entspricht knapp 15 Prozent aller vom Postdienst landesweit zugestellten Pakete. Amazon gilt seit Langem als größter Einzelkunde der Behörde. Die garantierten Liefermengen des Konzerns waren für den chronisch defizitären USPS eine wichtige Einnahmequelle und sorgten für Planungssicherheit.
Milliardenschwere Folgen für den US-Postdienst
Die finanziellen Konsequenzen könnten erheblich sein. Im Geschäftsjahr 2025 wies der USPS bereits einen Nettoverlust von neun Milliarden US-Dollar aus. In den vergangenen zwei Jahrzehnten arbeitete die Behörde nahezu durchgehend mit Verlust. Der Wegfall eines Großteils der Amazon-Volumina würde die ohnehin angespannte Finanzlage weiter verschärfen.
Besonders problematisch: Der USPS hat in den vergangenen Jahren massiv in neue Paketkapazitäten investiert. Größere Sortieranlagen wurden gebaut, moderne Maschinen zur Kartonbearbeitung angeschafft – auf Kosten veralteter, briefpostorientierter Infrastruktur. Bricht das Amazon-Volumen nun weg, drohen diese neuen Kapazitäten dauerhaft unterausgelastet zu bleiben.
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Zur AktienanalyseFür den USPS bedeutet das einen doppelten Druck: sinkende Einnahmen bei gleichzeitig gestiegenen Fixkosten. Die Behörde wird weitere Wege zur Kostensenkung finden müssen, um die Lücke zu schließen. Für deutsche Beobachter lässt sich die Situation mit der strukturellen Krise vergleichen, die viele europäische Postdienstleister durch den Rückgang des Briefvolumens erlebt haben – mit dem Unterschied, dass der USPS nun auch im wachstumsstarken Paketgeschäft unter Druck gerät.


