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Amazon kooperiert mit Knuspr im Lebensmittellieferdienst

Partnerschaft zielt auf Marktanteile gegen Rewe und Picnic

Amazon kooperiert mit Knuspr im Lebensmittellieferdienst

Amazon versucht erneut, im deutschen Lebensmittelliefermarkt Fuß zu fassen, indem es eine Partnerschaft mit dem Anbieter Knuspr eingeht. Der Versuch, mit Amazon Fresh in Deutschland Fuß zu fassen, war in den vergangenen Jahren nicht erfolgreich. Trotz einer anfänglichen Expansion in Städte wie Berlin, Hamburg und München blieben die gewünschten Erfolge aus. In dieser Zeit konnten insbesondere neue Wettbewerber wie Picnic und Knuspr, sowie der Rewe-Lieferdienst, zunehmend Kunden gewinnen.

Die Zusammenarbeit mit Knuspr soll es Amazon ermöglichen, Kunden in Berlin einen Lieferservice am selben Tag anzubieten. Dabei ist es geplant, diesen Service in naher Zukunft auch auf das Rhein-Main-Gebiet und München auszuweiten. Knuspr bietet ein Sortiment von mehr als 15.000 Artikeln an, einschließlich Produkten von 150 lokalen Lieferanten, was eine breitere Auswahl im Vergleich zu Amazon Fresh darstellt. Während Amazon Fresh zu Beginn mehr als 85.000 Artikel im Sortiment hatte, ist die Anzahl mittlerweile auf unter 9.000 gesunken.

Die Lieferbedingungen von Knuspr sind für die Kunden attraktiver. So können sie ein Ein-Stunden-Lieferfenster wählen, während Amazon Fresh dafür eine zusätzliche Gebühr erhebt. Ab einem Bestellwert von 79 Euro ist die Lieferung bei Knuspr kostenlos, was im Vergleich zu Amazon Fresh, wo diese Grenze bei 80 Euro liegt, ebenfalls vorteilhaft ist. Knuspr berichtet zudem von einem durchschnittlichen Warenkorbwert von 90 bis 100 Euro, was bedeutet, dass viele Kunden keine Liefergebühren zahlen.

Die Kooperation mit Amazon wird von Knuspr optimistisch betrachtet. Das Unternehmen rechnet mit einem schnelleren Wachstum durch die erweiterte Reichweite. Bisher wächst der Umsatz von Knuspr an bestehenden Standorten um über 50 Prozent pro Jahr. Experten äußern jedoch Bedenken, dass die Zusammenarbeit Amazon Fresh nicht langfristig retten kann, da die Plattform bereits Schwierigkeiten hat, Kunden zu überzeugen und die Präsentation der Produkte nicht optimal ist.

Der Markt für Lebensmittellieferungen in Deutschland bleibt jedoch eine Herausforderung. Trotz des wachsenden Interesses an Online-Lebensmitteln wird nur ein kleiner Teil der Lebensmittelkäufe über das Internet abgewickelt. Kein Anbieter, einschließlich Rewe, hat bisher profitabel gewirtschaftet. Das stark unterschiedliche Nutzungsverhalten zwischen städtischen und ländlichen Gebieten erschwert es, ein profitables Geschäftsmodell zu etablieren.

Knuspr plant außerdem eine Expansion nach Hamburg, was durch die Kooperation mit Amazon unterstützt werden könnte. Nach einer Phase der Konsolidierung und Automatisierung will das Unternehmen nun wieder wachsen und in neue Märkte eintreten.

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