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Amazon könnte SpaceX und Tesla zusammen übertreffen – bis 2027

Ein Unternehmen konkurriert gleichzeitig mit Musks größten Projekten – und könnte beide in der Bewertung überholen.

Amazon könnte SpaceX und Tesla zusammen übertreffen – bis 2027

Amazon (AMZN) rückt zunehmend in den Fokus von Investoren, die nach Alternativen zu Elon Musks Unternehmensimperium suchen. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 2,85 Billionen US-Dollar ist der Konzern bereits in greifbarer Nähe der kombinierten Bewertung von SpaceX und Tesla – und könnte diese bis 2027 übertreffen.

SpaceX steht kurz vor seinem Börsendebüt mit einer Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar. Tesla kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,6 Billionen US-Dollar. Damit müsste Amazon die Marke von 3 Billionen US-Dollar überschreiten, um beide Konkurrenten gemeinsam zu überwiegen. Analysten sehen dafür durchaus realistische Chancen – und das nicht nur aufgrund der Kerngeschäfte.

Musk selbst treibt die Konsolidierung seines Imperiums voran. Anfang des Jahres fusionierte er SpaceX mit xAI, das zuvor sein Social-Media-Unternehmen X (ehemals Twitter) übernommen hatte. Zusätzlich gründeten SpaceX und Tesla das Joint Venture Terafab, das maßgeschneiderte Chips für die KI-Ambitionen beider Unternehmen entwickeln soll. Eine mögliche Zusammenführung von SpaceX und Tesla gilt als nächster denkbarer Schritt.

Amazons Kerngeschäfte als solides Fundament

Im Einzelhandel erzielt Amazon ein solides zweistelliges Umsatzwachstum. Entscheidender ist jedoch die expandierende operative Marge, die von drei Faktoren getrieben wird: Das verbesserte Logistiknetzwerk senkt die Versandkosten, ein neuer eigenständiger Logistikservice soll dank Skaleneffekten die Kosten pro Einheit weiter drücken, und die margenstarken Prime-Abonnements sowie Werbeeinnahmen wachsen schneller als die reinen Einzelhandelsumsätze.

Amazons Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) verzeichnete in jedem der letzten drei Quartale ein beschleunigtes Umsatzwachstum. CEO Andy Jassy erklärte während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals, dass der Großteil der KI-Beschleuniger in den Rechenzentren hauseigene Trainium-Chips seien. Die Nutzung eigener Chips werde die operative Marge von AWS um mehrere hundert Basispunkte verbessern.

AWS ist die größte Cloud-Computing-Plattform der Welt. SpaceX könnte jedoch ein bedeutender Konkurrent werden: Laut IPO-Unterlagen hat Anthropic zugestimmt, in den nächsten drei Jahren 1,25 Milliarden US-Dollar pro Monat für den Zugang zu SpaceX-Rechenzentren zu zahlen. Dennoch gilt AWS aufgrund seiner Größe und der maßgeschneiderten Chips als strukturell profitabler.

Satelliten-Internet und Robotaxis als Aufwärtspotenzial

Neben den Kerngeschäften verfügt Amazon über zwei Bereiche mit erheblichem Wachstumspotenzial, die direkt mit Musks Unternehmen konkurrieren. Amazons Satelliten-Internetprojekt Project Kuiper (Leo) gewinnt zunehmend an Dynamik, nachdem es anfangs Schwierigkeiten hatte. Starlink von SpaceX ist zwar der Marktführer, schöpft aber nach Einschätzung von Analysten das Marktpotenzial noch lange nicht aus – was Raum für Wettbewerb lässt und langfristig Druck auf die Margen ausüben könnte.

Auch im Bereich Robotaxis mischt Amazon mit und konkurriert damit direkt mit Tesla. Tesla selbst liegt im Robotaxi-Markt hinter dem größten Konkurrenten Waymo zurück. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Tesla von 204 zeigt, dass Anleger die Bewertung primär an das Potenzial der Robotaxi- und Robotik-Sparten knüpfen – nicht an das klassische Automobilgeschäft.

Sind SpaceX und Tesla überbewertet?

Bewertungsexperte Aswath Damodaran schätzt den inneren Wert von SpaceX auf rund 1,2 Billionen US-Dollar. Seiner Analyse zufolge müsste das Starlink-Geschäft in zehn Jahren auf 120 Milliarden US-Dollar anwachsen – was einem jährlichen Umsatzwachstum von über 25 Prozent entspräche. Amazons Kuiper-Projekt stellt dabei einen ernstzunehmenden Herausforderer dar.

Sowohl SpaceX als auch Tesla werden weniger auf Basis ihrer aktuellen Finanzergebnisse bewertet, sondern vielmehr auf Basis ihrer potenziellen künftigen Gewinne. Das erfordert zahlreiche Annahmen über Marktgröße, Marktanteile und Wettbewerbsdruck. Sollte der IPO-Hype um SpaceX nach Ablauf der Sperrfrist abklingen, wäre eine niedrigere Bewertung im Jahr 2027 laut Analysten nicht überraschend.

Für deutsche Privatanleger ergibt sich daraus ein interessantes Bild: Amazon erscheint allein auf Basis seiner etablierten Kerngeschäfte in Einzelhandel und Cloud-Computing als solide bewertet – mit zusätzlichem Aufwärtspotenzial in Wachstumsbereichen, die bislang vor allem mit Musks Unternehmen assoziiert werden.

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