Amazon-KI-Chef sieht nutzbare Quantencomputer in fünf bis sieben Jahren
Peter DeSantis, Amazons Top-Manager für KI und Quantencomputing, gibt erstmals einen konkreten Zeitplan für kommerzielle Quantencomputer bekannt.

Der erste „kommerziell nutzbare" Quantencomputer wird in den nächsten fünf bis sieben Jahren verfügbar sein. Das erklärte Peter DeSantis, der für Künstliche Intelligenz zuständige Top-Manager von Amazon, am Mittwoch gegenüber dem US-Sender CNBC. Es sind die ersten konkreten Prognosen zum Zeitplan, die Amazon in Bezug auf nutzbares Quantencomputing öffentlich gemacht hat.
DeSantis leitet seit einigen Monaten eine neue Amazon-Organisation, die KI-Modelle, Chips und Quantencomputing unter einem Dach vereint. Er geht davon aus, dass die Technologie nach ihrem kommerziellen Durchbruch in einer Weise wachsen werde, die der Weiterentwicklung von Halbleiterkapazitäten ähnelt – vergleichbar mit dem sogenannten Mooreschen Gesetz. Dieses beschreibt die Beobachtung, dass sich die Anzahl der Transistoren auf einem Computerchip etwa alle zwei Jahre verdoppelt, was im Laufe der Zeit zu immer leistungsfähigeren Halbleitern führt.
Was Quantencomputing von klassischen Computern unterscheidet
Beim klassischen Computing werden Informationen in Bits gespeichert – jedes Bit ist entweder eine Eins oder eine Null. Quantencomputing hingegen nutzt sogenannte Quantenbits oder Qubits, die nicht nur Null oder Eins sein können, sondern auch jeden Zustand dazwischen. Befürworter der Technologie behaupten, dass Quantencomputer dadurch in der Lage sein werden, Probleme zu lösen, die heutige klassische Computer schlicht nicht bewältigen können.
Amazon selbst hat im vergangenen Jahr mit dem Chip namens Ocelot einen wichtigen Schritt in der Quantenforschung unternommen. Ocelot soll das Problem der Fehlerkorrektur angehen – eine der zentralen technischen Herausforderungen im Bereich der Quantentechnologie, die bislang den praktischen Einsatz der Systeme stark einschränkt.
Ein Wettlauf der Tech-Giganten
Quantencomputing entwickelt sich zu einem zunehmend wettbewerbsintensiven Feld. Neben Amazon treiben Tech-Giganten wie Microsoft, Google und IBM sowie zahlreiche Start-ups die Technologie voran. Die Prognosen der verschiedenen Akteure unterscheiden sich dabei teils erheblich.
Der Zeitplan von DeSantis liegt etwa in der Mitte des Spektrums der bisher veröffentlichten Einschätzungen:
: Ein Quanten-Manager erklärte im März des vergangenen Jahres gegenüber CNBC, dass die Technologie nur noch fünf Jahre davon entfernt sei, praktische Anwendungen auszuführen, die auf modernen Computern nicht berechnet werden können.
Microsoft
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Zur Aktienanalyse: Das Unternehmen geht davon aus, bis 2029 über eine kommerziell lebensfähige Quantenmaschine zu verfügen.
Nvidia-CEO Jensen Huang
: Er sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen – und fallende Kurse bei Quanten-Aktien –, als er sagte, dass 15 Jahre für nutzbare Quantencomputer „wahrscheinlich eher am frühen Ende" lägen. Huang ruderte später bezüglich dieser Aussagen zurück.
Für deutsche Privatanleger und institutionelle Investoren ist die Debatte um den Zeitplan des Quantencomputings von wachsender Bedeutung. Die Aussagen führender Branchenvertreter haben in der Vergangenheit bereits deutliche Kursausschläge bei börsennotierten Unternehmen aus dem Quantenbereich ausgelöst. Die Einschätzung von Amazon-Manager DeSantis dürfte die Diskussion über den tatsächlichen Reifegrad der Technologie weiter befeuern.


