Amazon boomt, Apple schwächelt: Mega-Cap-Tech im Fokus
Amazon und Apple liefern gegensätzliche Quartalsergebnisse – während Microsoft bereits einen historischen Kurssprung verzeichnete.

Die Woche der Mega-Cap-Technologiegewinne endete mit einem klaren Gewinner und einem Verlierer: Amazon-Aktien legten vorbörslich um mehr als 10% zu, während Apple-Papiere über 7% im Minus notierten. Zuvor hatte Microsoft seine Marktkapitalisierung um fast 450 Milliarden Dollar gesteigert – ein Kursplus von 15% und der beste Tag seit 2008. Der Nasdaq Composite kletterte am Vortag um 2,8% und beendete damit eine sechstägige Verlustserie.
Amazon überzeugte Anleger mit starken Zahlen: Das Unternehmen übertraf die Umsatzprognosen und meldete ein boomandes Cloud-Wachstum. Der Umsatz von AWS stieg im Quartal um 37% – das schnellste Wachstum der Cloud-Sparte seit 2021. Zusätzlich erhöhte Amazon seine Prognose für die Investitionsausgaben 2026 auf 220 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 20 Milliarden Dollar gegenüber der letzten Schätzung.
Apple hingegen enttäuschte mit einem schwachen Ausblick für das laufende Quartal. Lieferengpässe zwangen den iPhone-Hersteller zur Vorsicht, obwohl der Umsatz über den Erwartungen lag und die iPhone-Verkäufe um 22% stiegen. Die enttäuschende Prognose überschattete diese positiven Zahlen deutlich.
Tim Cooks letzter Auftritt als Apple-CEO
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Telefonkonferenz von Apple, da es sich um Tim Cooks letzte als CEO handelte. Cook erklärte gegenüber Analysten, dass das Unternehmen „enorme Chancen" im Bereich Künstliche Intelligenz sehe. Am 1. September übernimmt der derzeitige Hardware-Chef John Ternus die Führung des Konzerns.
Parallel zu den Tech-Ergebnissen sorgte der Hedgefonds „Situational Awareness" für Schlagzeilen. Der von Leopold Aschenbrenner – einem 25-jährigen ehemaligen OpenAI-Forscher – gegründete Fonds erlitt herbe Verluste, als Aktien der KI-Infrastruktur fielen und Short-Positionen in Softwaretiteln sich gegen ihn entwickelten. Der Fonds war auf bis zu 45 Milliarden Dollar angewachsen, bevor die Verluste eintraten. Citadel stimmte dem Kauf der börsennotierten Vermögenswerte des Fonds zu, nachdem dieser kurzfristig Barmittel zur Erfüllung von Margin-Anforderungen beschaffen musste.
Ölmultis profitieren von steigenden Rohstoffpreisen
ExxonMobil und Chevron legten ebenfalls ihre Quartalsergebnisse vor – mit beeindruckenden Zahlen. Der Nettogewinn von Chevron stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 400% auf 12 Milliarden Dollar, während sich die Gewinne von Exxon nahezu verdoppelten. Treiber war der Ölpreis: Der durchschnittliche Schlusskurs der US-Rohöl-Futures lag von April bis Juni um 27% höher als im Vorquartal, bedingt durch erhebliche Versorgungsunterbrechungen infolge des Iran-Kriegs.
„Wir laufen gewissermaßen auf Hochtouren, was gut ist, denn die Welt braucht es", sagte Chevron-CEO Mike Wirth gegenüber CNBC.
IPO-Markt zeigt Schwäche – Unternehmen bleiben lieber privat
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Zur AktienanalyseFünf Jahre nach dem Börsengang-Boom von 2021 entscheiden sich immer mehr Unternehmen dafür, privat zu bleiben. Der Aufstieg der Sekundärmärkte verschafft Gründern Zugang zu Kapital und Liquidität, ohne die Kontrollverluste und Berichtspflichten eines börsennotierten Unternehmens in Kauf nehmen zu müssen.
„Der Sekundärmarkt fungiert als Druckablassventil für diese künstliche Uhr, an die Börse gehen zu müssen", sagte Sunaina Sinha Haldea, globale Leiterin der Private Capital Advisory bei Raymond James. Die jüngsten Börsendebüts bestätigten die Skepsis: Reformation beendete den ersten Handelstag nahezu unverändert, während Jersey Mike's unter seinem IPO-Preis eröffnete und fast 6% niedriger schloss.
Auf politischer Ebene sorgt US-Präsident Donald Trump für Diskussionen: Er möchte Zölle auf den Iran in einen überparteilichen Sanktionsentwurf gegen Teheran und Russland aufnehmen – obwohl die USA im vergangenen Jahr iranische Waren im Wert von lediglich 1,4 Millionen Dollar importierten. Jonathan Doh, Professor an der Villanova School of Business, bezeichnete den Vorschlag gegenüber CNBC als „rein symbolisch". Der Gesetzentwurf war zuvor im Senat mit einer Verfahrensabstimmung von 86 zu 12 Stimmen vorangebracht worden.


