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Amazon beantragt Fristverlängerung für Satelliten-Internetdienst Leo bis 2028

Raketenmangel und Produktionsstörungen verzögern den Aufbau der geplanten 3.236 Satelliten starken Konstellation.

Amazon beantragt Fristverlängerung für Satelliten-Internetdienst Leo bis 2028

Amazon hat bei der US-Telekommunikationsbehörde FCC eine Fristverlängerung für den Aufbau seines Satelliten-Internetdienstes Leo beantragt. Das Unternehmen fordert eine Verschiebung der ursprünglichen Frist vom Juli 2026 um 24 Monate auf Juli 2028. Bis dahin sollten rund 1.600 der insgesamt geplanten 3.236 Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn stationiert sein.

Der Online-Händler begründet den Antrag mit Verzögerungen, die außerhalb seiner Kontrolle liegen. "Leo produziert Satelliten erheblich schneller, als andere sie starten können", heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Dokument. Amazon verweist auf einen akuten Mangel an verfügbaren Raketen, Produktionsstörungen bei Trägerraketenherststellern sowie begrenzte Kapazitäten an Weltraumbahnhöfen.

Für das ambitionierte Projekt hat Amazon mindestens 10 Milliarden Dollar bereitgestellt. Der Dienst soll Verbrauchern, Unternehmen und Regierungen Hochgeschwindigkeits-Internet mit geringer Latenz über quadratische Terminals bereitstellen. Seit April 2024 hat das Unternehmen bereits über 150 Satelliten ins All gebracht und rechnet damit, bis zum 30. Juli etwa 700 Satelliten zu stationieren.

Massive Startkapazitäten gesichert

Um das Tempo zu beschleunigen, hat Amazon mehr als 100 Raketenstarts gebucht. Darunter befinden sich zehn zusätzliche Flüge mit SpaceX-Raketen von Elon Musk sowie ein Dutzend weitere Starts bei Blue Origin, dem Raumfahrtunternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Der nächste Start ist für den 12. Februar geplant, bei dem 32 weitere Satelliten mit einer Arianespace-Rakete ins All befördert werden sollen.

Das Unternehmen betont, dass viele seiner Partner im vergangenen Jahr wichtige Meilensteine mit ihren Raketenprogrammen erreicht hätten. Mit der geplanten Stationierung von 700 Satelliten würde Amazon "von der drittgrößten zur zweitgrößten Satellitenkonstellation im Orbit" aufsteigen.

Starker Wettbewerb im All

Der Hauptkonkurrent Starlink von SpaceX ist bereits deutlich weiter: Das Unternehmen betreibt über 9.000 Satelliten und versorgt schätzungsweise 9 Millionen Kunden weltweit. Ein weiterer Wettbewerber ist OneWeb, das vom französischen Konzern Eutelsat betrieben wird und über mehr als 600 Satelliten verfügt.

Im November startete Amazon eine "Enterprise Preview" seines Leo-Dienstes für ausgewählte Unternehmenskunden, bevor der kommerzielle Breitstart erfolgt. In seinem Antrag warnt das Unternehmen, eine Ablehnung der Fristverlängerung würde die Ziele der FCC untergraben, den Spektrumszugang zu erweitern und die zügige Stationierung von Satelliten zu fördern. Amazon verweist zudem darauf, dass die Behörde bereits in der Vergangenheit ähnliche Verlängerungen gewährt habe.

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