Amazon Autos wächst: Neue Marken und Städte kommen hinzu
Amazon weitet seinen Fahrzeughandel auf Chevrolet, Jeep, Kia, Mazda und Subaru aus – nun in über 130 US-Städten verfügbar.

Amazon greift den US-amerikanischen Automarkt an. Der E-Commerce-Riese hat sein Fahrzeughandelsgeschäft unter dem Namen Amazon Autos in den vergangenen anderthalb Jahren schrittweise und diskret ausgebaut. Was einst als Experiment mit dem südkoreanischen Autohersteller Hyundai Motor begann, ist inzwischen zu einem ernstzunehmenden Handelskanal für Neuwagen geworden.
Mittlerweile können Käufer auf Amazon.com Fahrzeuge von gleich mehreren namhaften Marken erwerben – darunter Kia, Mazda, Subaru, Chevrolet und Jeep. Als jüngstes Beispiel für die wachsende Markenvielfalt ist nun sogar die legendäre Chevrolet Corvette über die Plattform erhältlich. Der Dienst ist nach Unternehmensangaben bereits in mehr als 130 US-Städten aktiv, darunter Metropolen wie Los Angeles, Dallas und New York.
Ein Billionen-Dollar-Markt im Visier
Mit dieser Expansion nimmt Amazon eines der größten Einzelhandelssegmente der Vereinigten Staaten ins Visier. Laut der National Automobile Dealers Association wurden im vergangenen Jahr in den USA Fahrzeuge im Wert von rund 1,3 Billionen US-Dollar über traditionelle Vertragshändler verkauft. Zum Vergleich: Das entspricht etwa dem Bruttoinlandsprodukt eines mittelgroßen europäischen Landes.
Der Autohandel gilt dabei als eines der letzten bedeutenden Kaufsegmente, das sich dem Online-Handel bislang weitgehend entzogen hat. Während Verbraucher längst Elektronik, Kleidung oder sogar Möbel problemlos im Internet bestellen, ist der Kauf eines Neuwagens online noch immer ungewohnt und mit Hürden verbunden. Genau hier setzt Amazon mit seinem Autos-Dienst an.
Amazons stille Expansion im Autohandel
Bemerkenswert ist die Strategie, mit der Amazon vorgeht: diskret und schrittweise. Statt mit großem Marketingaufwand in den Markt einzutreten, hat der Konzern sein Angebot über mehr als ein Jahr hinweg kontinuierlich erweitert – zunächst mit einer einzigen Marke, dann mit immer mehr Partnern und Städten. Dieses Vorgehen erinnert an frühere Amazon-Expansionen in neue Segmente, etwa im Lebensmittelhandel oder im Gesundheitsbereich.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger und Beobachter ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. Zum einen zeigt sie, dass Amazon trotz seiner bereits enormen Marktmacht weiterhin aktiv neue Umsatzquellen erschließt. Zum anderen könnte ein erfolgreicher Autohandel in den USA als Blaupause für andere Märkte dienen – auch in Europa, wo der Online-Autohandel ebenfalls noch in den Kinderschuhen steckt.
Ob Amazon den traditionellen Vertragshändlern in den USA tatsächlich signifikante Marktanteile abnehmen kann, bleibt abzuwarten. Der Autohandel ist ein komplexes Geschäft mit starken regulatorischen und logistischen Besonderheiten. Doch mit einem adressierbaren Markt von 1,3 Billionen US-Dollar allein in den USA dürfte Amazon den Ehrgeiz haben, dieses Segment nachhaltig zu verändern.


