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Amazon-Aktie verliert 4,6 Prozent trotz fehlender Eigennachrichten

Hohe Investitionsankündigungen von Alphabet und Tesla belasten Amazon – Quartalsbericht folgt am 30. Juli.

Amazon-Aktie verliert 4,6 Prozent trotz fehlender Eigennachrichten

Amazon (AMZN) verlor am Donnerstag rund 4,6 Prozent, obwohl das Unternehmen selbst keinerlei Neuigkeiten veröffentlichte. Der Abverkauf geht vor allem auf die Quartalsberichte anderer Technologiekonzerne zurück. Zusätzlichen Druck erzeugte eine neue Untersuchung des US-Senats zum Amazon-Marktplatz.

Alphabet hob seine Investitionspläne für 2026 auf bis zu 205 Milliarden US-Dollar an. Tesla teilte Anlegern mit, dass die eigenen Investitionsausgaben in diesem Jahr 25 Milliarden US-Dollar übersteigen werden. Angesichts dieser Nachrichten gaben alle Megacap-Aktien der sogenannten „Magnificent Seven" auf breiter Front nach.

Warum Amazon besonders unter Druck geriet

Amazon verfolgt einen eigenen Investitionsplan für Künstliche Intelligenz (KI), der mit rund 200 Milliarden US-Dollar an erwarteten Kapitalausgaben für 2026 ähnlich umfangreich ist wie bei der Konkurrenz. Die Anhebung der Prognose von Alphabet ging zudem mit einem negativen freien Cashflow einher – eine Entwicklung, die Anleger daran erinnerte, dass diese Budgets noch weiter wachsen können.

Der Markt nutzte den Donnerstag, um die Möglichkeit einzupreisen, dass auch Amazons Investitionsausgaben signifikant steigen könnten. Das Unternehmen veröffentlicht seine Ergebnisse für das zweite Quartal am 30. Juli 2026. Die Unsicherheit vor diesem Termin verstärkte den Verkaufsdruck zusätzlich.

Die Sorge der Anleger ist dabei nicht unbegründet. Der freie Cashflow von Amazon für die letzten zwölf Monate war bis zum ersten Quartal bereits auf 1,2 Milliarden US-Dollar gesunken – ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 25,9 Milliarden US-Dollar. Dieser drastische Rückgang verdeutlicht, wie stark die massiven Investitionen die Liquidität belasten.

AWS-Wachstum als Gegengewicht

Auf der anderen Seite der Bilanz zeigt sich jedoch ein positives Bild. Amazon Web Services (AWS), die Cloud-Computing-Sparte des Konzerns, steigerte den Umsatz im ersten Quartal im Vorjahresvergleich um 28 Prozent auf 37,6 Milliarden US-Dollar. Dies war das schnellste Wachstum seit 15 Quartalen und eine deutliche Beschleunigung gegenüber den 24 Prozent des Vorquartals.

Die hohen Ausgaben erkaufen damit zumindest bisher eine spürbare Wachstumsbeschleunigung. Für Anleger stellt sich die entscheidende Frage, ob dieses Wachstum die steigenden Kosten langfristig rechtfertigt.

Die Amazon-Aktie notiert nun rund 16 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 278,56 US-Dollar. Bewertet wird sie derzeit mit etwa dem 29-fachen Gewinn – ein im Vergleich zu einigen Megacap-Wettbewerbern durchaus moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Was die Sorgen vom Donnerstag beim Quartalsbericht am 30. Juli entkräften könnte, ist klar: ein noch stärkeres AWS-Wachstum sowie ein Investitionsplan, der nicht sprunghaft nach oben ausbricht. Anleger werden den Bericht daher mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen.

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