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Amazon-Aktie springt 15% – Markiert das einen Wendepunkt?

Fünf Jahre nach Bezos' Abgang liefert Amazon den größten Kurssprung seit über einem Jahrzehnt – dank Rekordwachstum bei AWS.

Amazon-Aktie springt 15% – Markiert das einen Wendepunkt?

Amazon (AMZN) hat am 31. Juli einen bemerkenswerten Kurssprung von 15,3% verzeichnet – den größten Tagesgewinn seit mehr als einem Jahrzehnt. Auslöser war ein starker Quartalsbericht, der das schnellste Umsatzwachstum seit fünf Jahren auswies. Der Gesamtumsatz stieg um 20% auf 167,7 Milliarden US-Dollar.

Genau fünf Jahre nach dem Rücktritt von Gründer Jeff Bezos als CEO könnte die Aktie damit einen entscheidenden Wendepunkt erreicht haben. Bezos hatte das Unternehmen 2021 – nahe einem Allzeithoch während der Pandemie – an Andy Jassy übergeben, den damaligen Leiter von Amazon Web Services. Seither blieb die Aktie hinter dem S&P 500 zurück: Sie brach im Bärenmarkt 2022 stark ein und kämpfte in den Folgejahren mit sinkender Bewertung und abgeschwächtem Wachstum.

AWS als Wachstumsmotor

Das herausragende Highlight des Quartalsberichts war Amazon Web Services (AWS), das Cloud-Computing-Geschäft des Konzerns. AWS meldete ein Umsatzplus von 37% auf 42,2 Milliarden US-Dollar – die höchste Wachstumsrate seit 18 Quartalen. Damit konnten Anleger beruhigt werden, die angesichts der geplanten Investitionsausgaben von 220 Milliarden US-Dollar im laufenden Jahr nervös gewesen sein dürften.

Auch die operativen Ergebnisse überzeugten: Das Betriebsergebnis stieg um 43% auf 27,5 Milliarden US-Dollar. Besonders bemerkenswert ist zudem, dass Amazon im KI- und Chip-Geschäft von AWS eine jährliche Umsatzrate von über 25 Milliarden US-Dollar überschritt – beide Bereiche wuchsen im Jahresvergleich dreistellig. AWS ist damit zur wichtigsten Einnahmequelle für das Betriebsergebnis des Gesamtkonzerns geworden.

Vorsicht beim Umsatzwachstum

Anleger sollten jedoch einen wichtigen Faktor im Blick behalten: Amazons Prime Day wurde in diesem Jahr von Juli auf Juni vorverlegt. Diese Verschiebung blähte den Quartalsumsatz vorübergehend auf und steigerte das Gesamtwachstum um rund 500 Basispunkte. Die Wachstumsrate von 20% ist daher voraussichtlich nicht nachhaltig.

Das Unternehmen selbst prognostiziert für das dritte Quartal lediglich ein Umsatzwachstum von 9% bis 12%. Die Prime-Day-Verschiebung hat allerdings keinen Einfluss auf das AWS-Geschäft, das unabhängig von saisonalen Handelseffekten weiter wächst. Auch die Investitionen in den Lebensmittelbereich und schnellere Lieferoptionen scheinen sich zunehmend auszuzahlen.

Für langfristig orientierte Anleger könnte Amazon nach dem Kurssprung dennoch attraktiv bewertet sein. Die Aktie hat die Chance, die Lücke zum S&P 500 endlich zu schließen – vorausgesetzt, das Wachstum bei AWS und im KI-Bereich hält an. Fünf Jahre nach dem Führungswechsel scheint der Konzern unter Andy Jassy nun in eine neue Wachstumsphase einzutreten.

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