Amazon-Aktie 2026: Kursziel gesenkt – KI wird entscheidend
Raymond James reduziert Kursziel auf 260 Dollar. Künstliche Intelligenz und AWS-Wachstum im Fokus.

Raymond James hat das Kursziel für die Amazon-Aktie von 275 auf 260 Dollar gesenkt. Analyst Josh Beck begründet dies mit einer vorsichtigeren Bewertung, die auf dem 27-fachen des für 2027 prognostizierten Gewinns basiert. Trotz der Anpassung bleibt die Einschätzung konstruktiv, da künstliche Intelligenz als Haupttreiber für die Aktienperformance im Jahr 2026 gesehen wird.
Das Analysehaus stuft Amazon als "Tweener" im KI-Stack-Framework ein. Diese Position bedeutet, dass das Unternehmen sowohl als Anbieter von KI-Infrastruktur als auch als Nutzer von KI-Technologien agiert. Beck sieht robuste fundamentale Rahmenbedingungen, warnt jedoch vor Risiken durch den aufkommenden Agentic Commerce, der traditionelle E-Commerce-Modelle herausfordern könnte.
Für das vierte Quartal zeigt sich Raymond James optimistisch. Starke Feiertagstrends, positive Werbeentwicklungen und übertroffen Erwartungen bei Amazon Web Services (AWS) stützen diese Einschätzung. Besonders die Cloud-Sparte könnte die Markterwartungen übertreffen und damit einen wichtigen Beitrag zur Gesamtperformance leisten.
AWS als Wachstumsmotor
Die Cloud-Sparte AWS bleibt der Lichtblick in Amazons Portfolio. Raymond James prognostiziert für 2026 ein Wachstum von 22 bis 23 Prozent, was deutlich über den Markterwartungen liegt. Getrieben wird dieses Wachstum durch KI-bezogene Umsätze: 11 Milliarden Dollar aus AI XPU, 8 Milliarden Dollar aus AI GPU und 1 Milliarde Dollar aus der Bedrock-Plattform. "Die Produktinnovation von AWS wird ein entscheidender Faktor für die Nachhaltigkeit des Wachstums sein", betont Beck.
Schlüsselprojekte wie Trainium/Neuron für KI-Chips, Nova/Kira für maschinelles Lernen sowie die Weiterentwicklung von Alexa+ und dem Shopping-Assistenten Rufus sollen Amazons Position im KI-Stack stärken. Auch die Robotik-Initiativen mit Zoox und Prime Air-Drohnen bergen ungenutztes Potenzial, das sich positiv auf die Bewertung auswirken könnte.
Agentic Commerce als Chance und Risiko
Im Einzelhandelsbereich identifiziert Raymond James den Agentic Commerce als bedeutenden Zukunftstrend. Diese neue Form des KI-gestützten Einkaufens könnte bis 2030 ein Marktvolumen von rund 400 Milliarden Dollar erreichen. Tools wie Rufus und die "Buy For Me"-Funktion zielen darauf ab, Produktentdeckung und Kaufprozesse zu optimieren.
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Zur AktienanalyseAllerdings birgt diese Entwicklung auch Risiken. Falls Amazons E-Commerce-Marktanteil leicht zurückgeht, könnte das Kernwachstum im Einzelhandel – einschließlich Eigenmarken, Drittanbieter-Verkäufen und Werbung – etwa 1 Prozent unter den Marktschätzungen liegen. Diese vorsichtige Einschätzung spiegelt sich in der Kursziel-Anpassung wider.
Die Amazon-Aktie steht somit vor einem entscheidenden Jahr. Der Erfolg wird davon abhängen, wie gut das Unternehmen seine KI-Initiativen umsetzt und gleichzeitig seine dominante Stellung im E-Commerce und Cloud-Computing verteidigt.


