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Alvotech-Aktie bricht nach 152-Millionen-Dollar-Kapitalerhöhung ein

Der Biosimilar-Entwickler Alvotech verliert 8,7 Prozent nach Ankündigung einer kombinierten Kapitalerhöhung über 152 Millionen Dollar.

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Alvotech-Aktie bricht nach 152-Millionen-Dollar-Kapitalerhöhung ein

Die Aktie des isländischen Biotech-Unternehmens Alvotech hat am Dienstag deutlich nachgegeben. Ein Kursverlust von 8,7 Prozent folgte auf die Ankündigung einer Kapitalerhöhung in Höhe von insgesamt 152 Millionen US-Dollar, die über zwei parallele Transaktionen abgewickelt wurde.

Das in Reykjavík ansässige Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Biosimilars spezialisiert hat, legte am Montag den Emissionspreis für eine öffentliche Aktienausgabe fest. Rund 22,7 Millionen neue Aktien wurden zu je 3,75 US-Dollar ausgegeben, was dem Unternehmen einen Bruttoerlös von etwa 85 Millionen Dollar einbrachte.

Gleichzeitig platzierte Alvotech rund 17,8 Millionen Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung bei europäischen Investoren. Dieser Teil der Transaktion brachte weitere rund 67 Millionen Dollar ein, sodass sich der Gesamterlös beider Maßnahmen auf etwa 152 Millionen Dollar summiert.

Erheblicher Abschlag belastet Kurs

Der Emissionspreis von 3,75 Dollar je Aktie entsprach einem Abschlag von 11,6 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs vor der Ankündigung. Solche Abschläge sind bei Kapitalerhöhungen üblich, um institutionelle Investoren zur Zeichnung zu bewegen – sie belasten jedoch den Kurs der bereits im Umlauf befindlichen Aktien erheblich.

Bei rund 312 Millionen ausstehenden Aktien vor der Transaktion führen die kombinierten Emissionen zu einer spürbaren Verwässerung für bestehende Aktionäre. Das bedeutet: Der Anteil jedes bisherigen Aktionärs am Unternehmen sinkt, da nun deutlich mehr Aktien im Umlauf sind.

Als Joint Bookrunner für die öffentliche Emission fungierten die Investmentbanken BofA, Jefferies und Evercore – drei renommierte Häuser, die regelmäßig bei Kapitalmarkttransaktionen im Biotech-Sektor aktiv sind.

Mittelverwendung: Entwicklung und Betrieb

Alvotech gab an, den Nettoerlös aus beiden Transaktionen für die Weiterentwicklung seiner Biosimilar-Pipeline sowie für allgemeines Betriebskapital und Unternehmenszwecke einzusetzen. Biosimilars sind biologische Arzneimittel, die nach Ablauf des Patentschutzes eines Originalpräparats als kostengünstigere Alternativen auf den Markt kommen. Der Markt für Biosimilars gilt als einer der wachstumsstärksten Bereiche der Pharmaindustrie.

Die Kapitalerhöhung kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt für die Alvotech-Aktie. Bis einschließlich Montag verzeichnete das Papier seit Jahresbeginn bereits ein Minus von 17 Prozent. Der erneute Kursrückgang durch die Verwässerung verschärft die Lage für Anleger, die in den vergangenen Monaten auf eine Erholung gesetzt hatten.

Für deutsche Privatanleger, die Biotech-Werte im Blick haben, verdeutlicht der Fall Alvotech ein klassisches Dilemma: Kapitalerhöhungen sind für wachstumsstarke Unternehmen oft notwendig, um Entwicklungsprojekte zu finanzieren – gehen aber regelmäßig auf Kosten der bestehenden Aktionäre. Die Frage, ob die Mittelverwendung langfristig Wert schafft, bleibt entscheidend für die Beurteilung solcher Maßnahmen.

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