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Aluminiumhütte Hawesville schließt endgültig: Energiepreise schlagen Trump-Zölle

Century Aluminum verkauft Werk an Rechenzentrum-Betreiber – Stromkosten bleiben zu hoch trotz 50% Importzöllen

Aluminiumhütte Hawesville schließt endgültig: Energiepreise schlagen Trump-Zölle

Die US-Aluminiumproduktion erleidet einen herben Rückschlag: Century Aluminum (CENX) verkauft seine Hawesville-Hütte in Kentucky an das Rechenzentrum-Unternehmen TeraWulf (WULF). Die 2022 wegen explodierender Energiepreise stillgelegte Anlage wird damit endgültig aus der Metallproduktion ausscheiden. Mit einer Jahreskapazität von 252.000 Tonnen war Hawesville die zweitgrößte verbliebene US-Aluminiumhütte und ein wichtiger Lieferant für die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie den Verteidigungssektor.

Der Verkauf verdeutlicht ein grundlegendes Problem der energieintensiven Aluminiumindustrie: Im Wettbewerb um langfristige Stromversorgung ziehen Hüttenbetreiber gegen Big Tech den Kürzeren. Ein modernes Aluminiumwerk verbraucht mehr Elektrizität als eine Stadt von der Größe Bostons – genau wie große Rechenzentren. Doch die Tech-Konzerne sind bereit und in der Lage, deutlich höhere Preise für Strom zu zahlen.

Century hatte ursprünglich geplant, Hawesville innerhalb eines Jahres nach der Stilllegung wieder hochzufahren, sobald die Energiepreise sinken würden. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Die Stromkosten blieben auf einem Niveau, das eine rentable Produktion unmöglich machte – trotz der von US-Präsident Donald Trump auf 50% angehobenen Importzölle auf Aluminium.

Zölle allein reichen nicht aus

Die drastische Zollerhöhung sollte den jahrzehntelangen Niedergang der US-Primäraluminiumproduktion stoppen. Die unmittelbaren Erfolge blieben jedoch bescheiden: Lediglich 50.000 Jahrestonnen Kapazität wurden in Centurys Mount Holly-Werk in South Carolina reaktiviert. Dort war allerdings weniger der Zollschutz ausschlaggebend als vielmehr die Verlängerung des Stromliefervertrags mit dem lokalen Energieversorger Santee Cooper. Das Werk soll bis Mitte 2026 wieder eine Kapazitätsauslastung von nahezu 220.000 Tonnen pro Jahr erreichen.

Die Hoffnung der US-Aluminiumindustrie ruht nun auf einem Greenfield-Projekt in Oklahoma. Das 60:40-Joint-Venture zwischen Emirates Global Aluminium und Century soll eine hochmoderne Hütte mit einer Jahreskapazität von rund 750.000 Tonnen errichten. Der US-Konzern Bechtel wurde gerade mit vorläufigen Studien beauftragt. Oklahoma bietet den Vorteil, dreimal mehr Energie zu produzieren als zu verbrauchen. Doch selbst bei optimalem Verlauf ist mit der ersten Metallproduktion frühestens 2030 zu rechnen – ein Stromliefervertrag steht zudem noch aus.

Kaum reaktivierbare Kapazitäten übrig

Mit der endgültigen Schließung von Hawesville schrumpfen die verbliebenen stillgelegten Kapazitäten erheblich, die theoretisch reaktiviert werden könnten. Alcoa verfügt in seinem Werk Warrick in Indiana noch über eine stillgelegte Produktionslinie mit 54.000 Tonnen Jahreskapazität. CEO William Oplinger dämpfte jedoch die Erwartungen: Eine Reaktivierung würde rund 100 Millionen Dollar kosten und mehrere Jahre dauern. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist es unwahrscheinlich, dass wir den Betrieb wieder aufnehmen", erklärte er im Januar gegenüber Analysten.

Bleibt noch die Hütte in New Madrid, Missouri, die 2018 reaktiviert, aber 2024 erneut geschlossen wurde. Mit einer Kapazität von 263.000 Tonnen pro Jahr könnte sie theoretisch die Lücke verkleinern. Doch auch hier wären erhebliche Investitionen und Zeit erforderlich. Der derzeitige Eigentümer Magnitude 7 Metals hat sich bislang nicht zu seinen Plänen geäußert.

Die Vereinigten Staaten waren laut U.S. Geological Survey im vergangenen Jahr bei 60% ihres Aluminiumbedarfs auf Importe angewiesen. An dieser Abhängigkeit wird sich in absehbarer Zeit wenig ändern – trotz Trumps protektionistischer Handelspolitik. Solange die Energiepreise hoch bleiben und Tech-Konzerne im Wettbewerb um Stromkapazitäten die besseren Karten haben, bleibt die Renaissance der US-Aluminiumproduktion eine ferne Vision.

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