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Altersvorsorgedepot: Viele Deutsche bleiben gegenüber Wertpapieren skeptisch

Trotz staatlicher Förderung lehnt fast die Hälfte der Erwerbstätigen ein gefördertes Altersvorsorgedepot ab, zeigt eine Postbank-Umfrage.

Altersvorsorgedepot: Viele Deutsche bleiben gegenüber Wertpapieren skeptisch

Trotz neuer staatlicher Anreize bleibt die aktienbasierte Altersvorsorge für viele Deutsche ein Randthema. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag der Postbank, für die Anfang April 1.105 Erwerbstätige befragt wurden. Während 37,7 Prozent der Befragten angaben, wahrscheinlich ein gefördertes Altersvorsorgedepot zu eröffnen, hält dies fast die Hälfte – nämlich 46 Prozent – für unwahrscheinlich.

Die Skepsis gegenüber chancenorientierten Anlagen ist tief verwurzelt. Gut ein Drittel der Erwerbstätigen (34,4 Prozent) bevorzugt sicherheitsorientierte Anlagen mit garantierten Auszahlungen gegenüber Wertpapieranlagen ohne Garantien. Für viele Bundesbürger wiegt die Sicherheit einer garantierten Rente schwerer als die potenziell höheren Renditen von Aktien und Fonds.

Neue Optionen ab Januar geplant

Ab Januar sollen neue Möglichkeiten für die private, staatlich geförderte Altersvorsorge über sogenannte Altersvorsorgedepots verfügbar sein. Zusätzlich ist die „Frühstart-Rente" geplant, über die Kinder und Jugendliche ein staatlich gefördertes Startkapital für ihre private Altersvorsorge erhalten sollen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, mehr Menschen frühzeitig an die kapitalmarktbasierte Vorsorge heranzuführen.

Dennoch zeigt die Umfrage, dass die staatliche Förderung bislang nur begrenzt motivierend wirkt. Lediglich etwas mehr als ein Viertel (27,7 Prozent) aller 2.059 befragten Erwachsenen fühlt sich durch die staatliche Förderung von Wertpapieranlagen ermutigt, Geld in Aktien und Fonds zu investieren. Der Großteil der Bevölkerung bleibt also zurückhaltend, selbst angesichts finanzieller Anreize.

Finanzbildung als entscheidende Hürde

Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört, ordnet die Ergebnisse ein: „Die Umfrage zeigt, dass das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot zwar Interesse weckt, aber noch keine breite Zustimmung in der Bevölkerung findet." Er betont zugleich: „Staatliche Subventionen können den Anstoß geben, Wertpapiere in die persönliche Altersvorsorge einzubeziehen – aber es bedarf zugänglicherer Informationen und Aufklärung, insbesondere in Bezug auf das Altersvorsorgedepot."

Mangelnde Finanzbildung bleibt damit die größte Hürde für die Nutzung von Wertpapieren im Rahmen der privaten Vorsorge. Großen Teilen der Bevölkerung fällt es schwer, die mit Fonds und Aktien verbundenen Risiken richtig einzuschätzen. Ohne ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweise von Kapitalmärkten dürfte selbst die attraktivste staatliche Förderung nur begrenzt wirken.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Deutschland beim Thema Aktienkultur und kapitalmarktbasierte Altersvorsorge noch erheblichen Nachholbedarf hat. Während in anderen europäischen Ländern und den USA die Beteiligung am Kapitalmarkt zur privaten Altersvorsorge deutlich verbreiteter ist, dominiert hierzulande traditionell die Präferenz für sichere, garantierte Anlageformen. Die geplanten Reformen sind ein Schritt in die richtige Richtung – ob sie ausreichen, um das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen, bleibt abzuwarten.

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