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Alte E-Auto-Akkus werden zu Großspeichern

Libattion erhält 14 Millionen Euro für innovative Batteriespeicher-Lösung

Alte E-Auto-Akkus werden zu Großspeichern

Das Schweizer Start-up Libattion hat ein innovatives Geschäftsmodell entwickelt, um schwächelnde Akkus von Elektroautos als industrielle Großspeicher wiederzuverwenden. Statt die Batterien zu schreddern, sammelt das Unternehmen diese und schließt sie zu leistungsstarken Speichern zusammen, die beispielsweise überschüssigen Solarstrom speichern können. Stefan Bahamonde, Chef und Mitgründer von Libattion, betont, dass gebrauchte Elektroautobatterien als stationäre Energiespeicher eine vielversprechende Zukunft im Speichermarkt haben.

Diese Geschäftsidee hat auch Investoren überzeugt. In einer Serie-A-Finanzierungsrunde konnte Libattion 14 Millionen Euro einsammeln. Diese erste größere Finanzierungsrunde nach den Frühphasen- oder Seed-Runden signalisiert den Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Start-ups mit ähnlichen Ideen, wie beispielsweise Voltfang, das im vergangenen Jahr fünf Millionen Euro an Investitionen erhielt. Weitere Unternehmen, die an ähnlichen Geschäftsmodellen arbeiten, sind das Baseler Start-up Upvolt, die Münchener Firma Stabl Energy und das deutsch-indische Start-up Nunam.

Zu den Investoren von Libattion gehören unter anderem der regionale Energieversorger Elektra Baselland (EBL) und der spanische Risikokapitalfonds A&G Energy Transition Tech Fund. Tobias Andrist, CEO von EBL, unterstreicht, dass die Lösung von Libattion entscheidend ist, um die Wiederverwendung von Materialien zu maximieren und die Lebenszykluskosten zu senken. Juan Diego Bernal von A&G ergänzt, dass Libattion eine wirtschaftliche Alternative für das wachsende Problem des Abfalls von Elektrofahrzeugbatterien bietet.

Lithium-Ionen-Batterien setzen sich zunehmend als Technologie bei stationären Großspeichern durch. Die Internationale Energieagentur (IEA) hebt in einem aktuellen Bericht hervor, dass Speicherlösungen eine entscheidende Rolle beim Ausbau von Solar- und Windkraftwerken weltweit spielen. Allerdings wächst auch die Nachfrage nach den nötigen Rohstoffen, wobei die EU-Kommission prognostiziert, dass die Nachfrage nach Lithium bis 2040 um das 14-fache steigen dürfte.

Die meisten Batterie-Recyclingfirmen in Europa stehen noch am Anfang der Entwicklung technischer Fähigkeiten zur Wiederverwertung von Lithium im industriellen Maßstab. Hier bietet die Lösung von Libattion eine vielversprechende Alternative, indem sie den Bedarf an neu geförderten Rohstoffen verringert. Bahamonde erklärt, dass durch die Wiederverwendung Energie und CO2-Emissionen eingespart werden können.

Um sicherzustellen, dass eine ausgemusterte Elektroauto-Batterie noch als stationärer Speicher geeignet ist, hat Libattion einen eigenen Schnelltest entwickelt. Dieser Test ermöglicht es dem Start-up, die Laufzeit der aufbereiteten Speicher für zehn Jahre zu garantieren. Bei positivem Test werden mehrere Altbatterien in einem Gehäuse verbaut, das flexibel Speicherkapazitäten von 100 Kilowattstunden bis zu 60 Megawattstunden bietet. Kunden reichen von Einfamilienhausbesitzern mit Solaranlage bis hin zu mittelständischen Unternehmen.

Mit den neuen Investitionen plant Libattion den Aufbau einer automatisierten Produktionsstraße in der Schweiz und bald auch ein zweites Werk in Europa. Die Nachfrage ist laut Bahamonde groß, da die Auftrags-Pipeline des Unternehmens gut gefüllt ist.

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