Alphabet und Intel im Fokus: KI-Handel treibt US-Berichtssaison
Die US-Berichtssaison gewinnt an Fahrt – Alphabet, Intel und Tesla liefern Quartalszahlen mit hoher Signalwirkung für KI-Investoren.

Die US-Berichtssaison nimmt in der kommenden Woche deutlich an Fahrt auf. Mit Alphabet und Intel stehen zwei Schwergewichte vor ihrer Zahlenpräsentation, die den marktbeherrschenden KI-Handel maßgeblich beeinflussen könnten. Hinzu kommen hohe Gewinnerwartungen und die anhaltende Unsicherheit durch den Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran.
Der S&P 500 verzeichnete am Freitag einen Wochenverlust, belastet durch einen deutlichen Rückgang bei Halbleiteraktien. Dennoch liegt der Benchmark-Index im Jahr 2026 rund 9% im Plus und notiert lediglich 2% unter seinem Rekordhoch von Anfang Juni. Laut Daten von LSEG IBES wird für den S&P 500 im zweiten Quartal ein Gewinnanstieg von beeindruckenden 26% prognostiziert.
„Die Schlagzeilen sorgen weiterhin für Unruhe und lassen die Anleger rätseln, warum der Markt immer neue Höchststände erreicht", sagte Michael Arone, Chef-Anlagestratege bei State Street Investment Management. „Der Grund dafür ist, dass die Fundamentaldaten widerstandsfähig geblieben sind und die Gewinne weiterhin hervorragend ausfallen."
Alphabet als KI-Barometer für den Gesamtmarkt
Der Quartalsbericht von Alphabet am Mittwoch dürfte das größte Interesse auf sich ziehen. Die Google-Muttergesellschaft ist mit einem Marktwert von 4,2 Billionen US-Dollar das drittgrößte US-Unternehmen und gehört zu den sogenannten „Magnificent Seven" – jenen Technologiegiganten, die den fast vierjährigen Bullenmarkt maßgeblich angetrieben haben.
Alphabet gilt zudem als KI-„Hyperscaler" und investiert Milliarden von US-Dollar in den Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Solche Investitionen standen im Zentrum der diesjährigen Marktrallye und bescherten Halbleiterherstellern sowie anderen Profiteuren der massiven Ausgaben enorme Kursgewinne.
Sollte Alphabet Kürzungen bei den geplanten KI-Ausgaben ankündigen, hätte das weitreichende Folgen. „Dies könnte Auswirkungen auf das gesamte KI-Ökosystem haben", warnte Kevin Mahn, Präsident und Chief Investment Officer bei Hennion & Walsh Asset Management.
Halbleiteraktien im Bärenmarkt – trotz starkem Jahresplus
Die Ergebnisse der Chipkonzerne Intel und Texas Instruments gewinnen angesichts der bemerkenswerten Rallye bei Halbleiteraktien in diesem Jahr besondere Bedeutung. Der Philadelphia SE Semiconductor Index schloss am Freitag mehr als 20% unter seinem Rekordhoch von Ende Juni – ein technisch bestätigter Bärenmarkt.
Dennoch liegt der Index im Jahr 2026 noch immer mit mehr als 60% im Plus. Intel-Aktien haben sogar um über 160% zugelegt, Texas Instruments verzeichnet ein Plus von rund 60%. Die verhaltenen Marktreaktionen auf starke Berichte von Samsung Electronics und Taiwan Semiconductor verdeutlichen, wie hoch die Erwartungen an die Branche bereits sind.
Chip-Aktien schwankten zuletzt stark, da Investoren hinterfragen, ob die rasante Entwicklung zu weit gegangen ist. Gehebelte Produkte im Halbleiterbereich „verstärken zudem sowohl die Aufwärts- als auch die Abwärtsbewegungen", so Arone von State Street.
Weitere Highlights: Tesla, Banken und der Blick auf die Fed
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Zur AktienanalyseNeben Alphabet und Intel wird auch Elon Musks Tesla in der kommenden Woche Quartalszahlen vorlegen. Zu den weiteren hochkarätigen Berichten zählen American Express, Philip Morris International und der Rüstungskonzern RTX. Insgesamt werden mehr als 80 Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Zahlen präsentieren.
Große US-Banken eröffneten die Berichtssaison bereits mit starken Gewinnen, begünstigt durch Gebühren aus dem M&A-Beratungsgeschäft und sprunghaft gestiegene Handelserträge. Die Wall Street bereitet sich gleichzeitig auf weitere Marktschwankungen durch die Entwicklungen im Nahen Osten vor.
Viele Anleger gehen davon aus, dass der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran relativ kurzlebig sein wird. Sie befürchten jedoch, dass erneute Spannungen die Energiepreise auf das Niveau zu Kriegsbeginn treiben könnten – mit entsprechenden Folgen für die Inflation. Dies ist besonders im Vorfeld der Fed-Sitzung Ende Juli relevant.
Die Preisbildung bei den Fed-Funds-Futures deutet darauf hin, dass die US-Zentralbank die Zinsen in den kommenden Monaten anheben wird, um die über dem 2%-Ziel liegende Inflation zu bekämpfen. Kühler als erwartet ausgefallene Daten zu den US-Verbraucher- und Erzeugerpreisen dämpften zuletzt jedoch die Befürchtungen einer unmittelbaren Zinserhöhung im Juli. „Die Makrodaten zeichnen das Bild einer stabilen Wirtschaft mit einer gewissen Verbesserung beim Inflationsdruck", sagte Eric Kuby, Chief Investment Officer bei North Star Investment Management.


