Alphabet plant erstmals Yen-Anleihen zur Finanzierung von KI-Infrastruktur
Google-Mutterkonzern Alphabet will erstmals Anleihen in japanischen Yen emittieren – ein weiterer Schritt zur Finanzierung teurer KI-Ambitionen.

Alphabet, der Mutterkonzern von Google, plant die erstmalige Emission von Anleihen in japanischen Yen. Das Unternehmen gab dies am Montag in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Laut einer mit der Transaktion vertrauten Person soll das Gesamtvolumen mehrere hundert Milliarden Yen erreichen – die genauen Konditionen sollen noch im Mai festgelegt werden.
Zum konkreten Emissionsvolumen äußerte sich Alphabet zunächst nicht. Als beauftragte Banken für die Transaktion wurden Mizuho, die Bank of America sowie Morgan Stanley benannt. Laut LSEG-Daten wäre dies die erste Anleiheemission des Unternehmens überhaupt in der japanischen Währung.
Technologieriesen setzen verstärkt auf Fremdkapital
Die Yen-Emission reiht sich in eine breitere Strategie der weltgrößten Technologiekonzerne ein, die Anleihemärkte zur Finanzierung ihrer KI-Ambitionen zu nutzen. Dies markiert eine deutliche Abkehr von der traditionellen Praxis des Silicon Valley, Investitionen vorrangig aus eigenen Barmitteln zu bestreiten. Analysten erwarten, dass die großen Technologieunternehmen in diesem Jahr zusammen mehr als 700 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur ausgeben werden – ein massiver Anstieg gegenüber 410 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025.
Alphabet selbst hatte bereits in der vergangenen Woche durch zwei Anleiheverkäufe knapp 17 Milliarden US-Dollar eingenommen. Dabei handelte es sich um eine Emission über 9 Milliarden Euro (rund 10,6 Milliarden US-Dollar) sowie eine weitere über 8,5 Milliarden kanadische Dollar (rund 6,2 Milliarden US-Dollar). Ende April hatte das Unternehmen zudem seine Prognose für die jährlichen Investitionsausgaben um 5 Milliarden US-Dollar angehoben – auf eine Spanne zwischen 180 und 190 Milliarden US-Dollar – und für 2027 eine weitere deutliche Steigerung angekündigt.
Auch Amazon erschließt neue Währungsräume
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Zur AktienanalyseParallel dazu bereitet Amazon die erstmalige Emission von Anleihen in Schweizer Franken vor. Der E-Commerce-Riese hat dafür die Banken BNP Paribas, Deutsche Bank und JPMorgan Chase mandatiert. Geplant ist eine sechsteilige Anleiheemission mit Laufzeiten zwischen drei und 25 Jahren, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person mitteilte.
Die Schritte von Alphabet und Amazon verdeutlichen einen strukturellen Wandel in der Finanzierungsstrategie der Tech-Branche. Indem sie internationale Anleihemärkte in verschiedenen Währungen anzapfen, diversifizieren die Konzerne ihre Kapitalquellen und profitieren potenziell von günstigen Zinsbedingungen in bestimmten Währungsräumen. Für Anleger signalisieren diese Emissionen den enormen Kapitalbedarf, den der globale KI-Wettlauf mit sich bringt – und die Entschlossenheit der Branchenführer, diesen zu decken.


