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Alphabet im Deep Dive: Suchriese, YouTube und verborgene Milliardenschätze

Alphabet ist längst mehr als eine Suchmaschine – Experten analysieren Wachstum, KI-Integration und unterschätzte Milliardenwerte im Portfolio.

Alphabet im Deep Dive: Suchriese, YouTube und verborgene Milliardenschätze

Alphabet gehört zu den größten Unternehmen der Welt – und wächst trotz seiner schieren Größe weiter. Im Podcast „Motley Fool Money" haben die Analysten Travis Hoium, Lou Whiteman und Rachel Warren das Unternehmen einem umfassenden Deep Dive unterzogen. Dabei wurden nicht nur die bekannten Kerngeschäfte beleuchtet, sondern auch verborgene Schätze im Portfolio, die nach Einschätzung der Experten hunderte Milliarden US-Dollar wert sein könnten.

Der Jahresumsatz von Alphabet hat erstmals die Marke von 400 Milliarden US-Dollar überschritten. Allein das Suchgeschäft erzielte im vierten Quartal einen Umsatz von 63 Milliarden US-Dollar – in einem einzigen Quartal. Das Kerngeschäft, bestehend aus Suche und verwandten Diensten, wächst im Jahr 2025 zweistellig. Der Bereich Abonnement-Plattform und Geräte legte sogar um über 20 Prozent zu.

Das Suchgeschäft trotzt der KI-Konkurrenz

Die große Befürchtung lautete: ChatGPT und andere KI-Tools könnten die klassische Google-Suche kannibalisieren. Diese Sorge hat sich bislang nicht bewahrheitet. „Das Suchvolumen von Google befindet sich auf historischen Höchstständen", betont Rachel Warren. Die Integration von KI-Funktionen – angetrieben durch Googles eigenes Modell Gemini – erhöhe das Nutzerengagement sogar, halte Nutzer länger auf der Plattform und erschließe hochwertiges Werbeinventar.

Warren erklärt den Effekt so: KI-gesteuerte Funktionen ermöglichen komplexere Suchanfragen, was die Plattform für Werbetreibende attraktiver macht. Hinzu kommt ein kultureller Faktor: Das „Googeln" ist tief in der globalen Alltagskultur verwurzelt. Selbst der Aufstieg von Konkurrenten wie ChatGPT oder Perplexity hat daran bislang nichts geändert.

Lou Whiteman sieht das Kerngeschäft als stabile Cash-Cow, die das gesamte Alphabet-Ökosystem finanziert. „Stabil ist hier gut genug", sagt er. Das Besondere an Alphabets Struktur sei, dass die Einnahmen aus dem Kerngeschäft genutzt werden, um in neue Wachstumsbereiche zu investieren – die sogenannten „Other Bets". Diese Nebenprojekte seien heute reifer und stabiler als je zuvor. „Früher war es ein Frat House, heute ist es tatsächlich eine Sammlung von Unternehmen", so Whiteman.

YouTube: Der unterschätzte Milliardenschatz

Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Analysten YouTube. Die Videoplattform wurde einst für etwas mehr als eine Milliarde US-Dollar erworben – und gilt heute als eine der besten Akquisitionen in der Geschichte der Technologiebranche, vergleichbar mit dem Kauf von Instagram durch Facebook. Im vergangenen Jahr erzielte YouTube Werbeeinnahmen von über 40 Milliarden US-Dollar. Rechnet man Abonnementeinnahmen wie YouTube Premium hinzu, dürfte der Gesamtumsatz bei rund 60 Milliarden US-Dollar liegen.

Damit ist YouTube größer als Netflix – und erzielt auf Fernsehern sogar mehr Zuschauerzeit als der Streaming-Riese. YouTube gilt damit als der größte Streaming-Dienst der Welt. Dennoch weist Alphabet die genauen Zahlen für YouTube nicht separat aus, was Investoren nach Ansicht der Analysten einen vollständigen Einblick in den wahren Wert des Unternehmens verwehrt.

KI als stiller Wachstumstreiber im gesamten Ökosystem

Whiteman betont, dass der eigentliche Wert von KI für Alphabet nicht allein in der Rolle als Hyperscaler liegt. Vielmehr seien es die subtilen Verbesserungen in unzähligen Geschäftsprozessen, die langfristig den Unterschied machen. „Eine Billion verschiedener Fortschritte" – von effizienteren Gmail-Funktionen bis hin zu besseren Suchergebnissen – könnten das Gesamtprodukt klebriger und wertvoller machen.

Die Aktie wird derzeit mit dem 30-fachen Gewinn gehandelt, während der Umsatz zweistellig wächst. Für Investoren stellt sich die Frage, ob Alphabet auch in einem Jahrzehnt noch der dominante Gewinner in einer KI-geprägten Welt sein wird. Die Analysten sehen dafür gute Voraussetzungen – nicht zuletzt wegen des über Jahre aufgebauten Ökosystems aus Chrome, Android, Maps, Gmail und YouTube, das einen breiten Burggraben um das Kerngeschäft bildet.

Ob dieser Burggraben durch Zufall oder Absicht entstanden ist, darüber sind sich die Experten einig: Der Versuch, viele Dinge auszuprobieren, war beabsichtigt – das genaue Ergebnis jedoch kaum vorherzusagen. Das Silicon-Valley-Prinzip, keine Angst vor dem Scheitern zu haben, hat Alphabet in eine Position gebracht, die heute stärker wirkt denn je.

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