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Alphabet emittiert Anleihen ohne Anlegerschutz: 31,5 Milliarden Dollar aufgenommen

Google-Mutter verzichtet auf Standard-Schutzklauseln bei Rekord-Anleiheemission – Experten warnen vor Präzedenzfall

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Alphabet emittiert Anleihen ohne Anlegerschutz: 31,5 Milliarden Dollar aufgenommen

Die Google-Mutter Alphabet hat bei ihrer jüngsten Anleiheemission über 31,5 Milliarden Dollar auf grundlegende Anlegerschutzbestimmungen verzichtet. Die globale Emission in US-Dollar, Pfund Sterling und Schweizer Franken stieß zwar auf enormes Interesse – die Nachfrage überstieg das Angebot um das Fünffache –, doch Experten warnen vor den fehlenden Schutzklauseln.

Besonders brisant: Die Anleihen enthalten keine sogenannte Change-in-Control-Klausel, die Investoren normalerweise bei Fusionen oder Eigentümerwechseln schützt. "Was auffällt, ist das, was fehlt", kritisiert Julia Khandoshko, CEO des Brokers Mind Money. Sie befürchtet, dass andere Unternehmen diesem Beispiel folgen könnten.

Die Emission umfasste auch eine ungewöhnliche 100-jährige "Jahrhundert-Anleihe" am britischen Markt. Trotz der schwachen Schutzbestimmungen verzeichnete allein die US-Dollar-Tranche über 20 Milliarden Dollar eine Nachfrage von mehr als 100 Milliarden Dollar. Dies unterstreicht das enorme Vertrauen der Investoren in die Kreditwürdigkeit des Technologiekonzerns.

KI-Boom treibt Verschuldung

Der Kapitalbedarf der großen Tech-Konzerne explodiert regelrecht. Die fünf KI-Hyperscaler Amazon, Alphabet, Meta, Microsoft und Oracle haben 2025 bereits Unternehmensanleihen im Wert von 121 Milliarden Dollar begeben. Analysten von BofA Securities erwarten, dass die Neuemissionen 2026 sogar die 300-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten könnten.

Treiber dieser Entwicklung sind die massiven Investitionen in künstliche Intelligenz und die dafür notwendige Infrastruktur. "Dieser massive Ausbau der KI-Infrastruktur erfordert so hohe Investitionsausgaben von den Hyperscalern, dass sie die technischen Auswirkungen auf ihre Anleihen reduzieren wollen", erklärt Jordan Chalfin, Senior Analyst bei CreditSights.

Trend zu schwächeren Schutzklauseln

Alphabet steht mit dem Verzicht auf Anlegerschutz nicht allein. Auch Oracles Emission über 25 Milliarden Dollar Anfang Februar und Metas Angebot über 30 Milliarden Dollar im Oktober wiesen keine Change-in-Control-Klauseln auf, wie Anthony Canales von Covenant Review feststellte.

"In den meisten Covenant-Paketen für Investment-Grade-Anleihen würde man eine Change-in-Control-Klausel erwarten", sagt Canales. Bei den Tech-Giganten glaubten Investoren jedoch nicht, dass ein großes Risiko bestehe, für das sie diesen Schutz benötigen würden.

Experten warnen allerdings vor den Folgen für den Sekundärmarkt. "Das schafft ein Problem auf dem Zweitmarkt, wo der nächste Käufer weniger Regeln hat, auf die er sich verlassen kann", so Khandoshko. Die Preise würden stärker von Zinsen, Marktstimmung und Liquidität abhängen.

Für kleinere Technologieunternehmen mit niedrigerem Rating dürfte es schwieriger werden, ähnlich schwache Covenant-Strukturen durchzusetzen. Die großen Namen nutzen ihre Marktmacht, um Bedingungen zu diktieren – eine Entwicklung, die den gesamten Anleihenmarkt verändern könnte.

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