Alphabet-Aktie: Wo steht Google in fünf Jahren?
KI-Führerschaft, Waymo und ein moderates KGV von 27 sprechen für weiteres Kurspotenzial bei der Google-Mutter.

Die Alphabet-Aktie (GOOGL, GOOG) befindet sich im Aufwind. Nach Zweifeln an der Wettbewerbsfähigkeit des KI-Modells Google Gemini gegenüber ChatGPT und Claude hat die Google-Mutter die Skepsis der Märkte erfolgreich ausgeräumt. Trotz einer Kursverdoppelung innerhalb der letzten zwölf Monate halten Analysten einen Einstieg in diesen „Magnificent Seven"-Wert weiterhin für aussichtsreich.
Dabei ist Googles KI-Geschichte älter als viele Anleger vermuten: Das Unternehmen brachte bereits im Jahr 2001 seine erste KI-gesteuerte Anwendung auf den Markt. Als OpenAI im Frühjahr 2023 GPT-4 veröffentlichte, geriet Alphabet jedoch unter Druck. Die neue Plattform lieferte klarere Antworten auf Anfragen, die in einer klassischen Suchmaschine so nicht zu finden waren – und leitete Nutzer dabei nicht auf externe Websites weiter.
Das stellte Alphabets Kerngeschäft in Frage: Google Advertising machte im ersten Quartal 2026 noch immer 70 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Viele Analysten bezweifelten, ob das digitale Werbemodell langfristig Bestand haben kann, wenn KI-Modelle die klassische Suche zunehmend umgehen.
Das Comeback von Gemini und Google Cloud
Alphabet hat auf diese Herausforderung reagiert. Die Google-Suche integrierte sogenannte AI Overviews, also KI-generierte Zusammenfassungen direkt in den Suchergebnissen. Die Veröffentlichung von Gemini 3 überzeugte viele Nutzer davon, dass das Modell mit ChatGPT und Claude mithalten kann. Diese Entwicklungen beflügelten auch das Cloud-Geschäft: Google Cloud wuchs im ersten Quartal 2026 um 63 Prozent im Jahresvergleich und machte 18 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Der Gesamtumsatz von Alphabet stieg im ersten Quartal 2026 um 22 Prozent – ein deutlicher Sprung gegenüber dem Wachstum von 12 Prozent im ersten Quartal 2025. Diese Zahlen haben offenbar auch Berkshire Hathaways neuen Chef Greg Abel überzeugt: Alphabet soll zur voraussichtlichen Position Nummer drei im Portfolio von Berkshire Hathaway aufgestiegen sein. Zudem wurde Alphabet zuletzt in den Dow Jones Industrial Average aufgenommen.
Waymo als künftige Umsatzquelle
Neben dem KI-Kerngeschäft rückt ein weiteres Alphabet-Ökosystem in den Fokus: Waymo, das System für autonomes Fahren des Konzerns. Branchenexperten zählen Waymo zu den führenden Plattformen in diesem Bereich. Alphabet weist für Waymo bislang keine separaten Finanzergebnisse aus – ein Hinweis darauf, dass der Umsatz schnell wachsen könnte, sobald autonomes Fahren weiter an Relevanz gewinnt.
Um seine KI-Ambitionen zu finanzieren, plant Alphabet Investitionsausgaben (Capex) zwischen 175 und 185 Milliarden US-Dollar. Obwohl das Unternehmen über liquide Mittel von 127 Milliarden US-Dollar verfügt, nahm es Anfang des Jahres zusätzliche Schulden von fast 32 Milliarden US-Dollar auf. Anleger scheinen diesen Gegenwind zu ignorieren, da die KI-Ausgaben bereits zu höheren Umsätzen geführt haben. In den letzten zwölf Monaten generierte Alphabet einen freien Cashflow (vor Capex) von 64 Milliarden US-Dollar.
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Zur AktienanalyseBewertung bleibt moderat
Trotz des starken Kursanstiegs erscheint die Bewertung der Alphabet-Aktie vergleichsweise günstig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 27 – unterhalb des Wertes von vier anderen „Magnificent Seven"-Aktien und deutlich unter dem S&P-500-Durchschnitt von 32. Dieser leichte Bewertungsabschlag deutet darauf hin, dass die Aktie in den kommenden Jahren noch erhebliches Kurspotenzial besitzt.
Für deutsche Privatanleger ergibt sich damit ein interessantes Bild: Alphabet kombiniert ein stabiles Kerngeschäft mit digitalem Werbeumsatz, ein rasant wachsendes Cloud-Segment und langfristige Wachstumsfantasie durch Waymo. Wer auf einen der zentralen KI-Player der nächsten Jahre setzen möchte, findet in Alphabet einen Wert, der trotz bereits erzielter Kursgewinne noch nicht ausgereizt wirkt.


