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Allianz und Münchener Rück übertreffen Analystenerwartungen deutlich

Starke Quartalszahlen beider DAX-Versicherungsriesen – operative Ergebnisse übertreffen Prognosen, Jahresziele werden bestätigt.

Allianz und Münchener Rück übertreffen Analystenerwartungen deutlich

Allianz und Münchener Rück haben mit ihren jüngsten Quartalszahlen einmal mehr bewiesen, warum sie zur absoluten Weltspitze der Versicherungsbranche zählen. Die Allianz ist Europas größter Versicherungskonzern, die Münchener Rück der weltweit führende Rückversicherer – beide Unternehmen sind im DAX gelistet und stehen regelmäßig im Fokus der Märkte. Die am Morgen veröffentlichten Ergebnisse sorgten erneut für positive Überraschungen.

Die Allianz steigerte ihr operatives Ergebnis im Jahresvergleich um knapp elf Prozent auf rund 4,9 Milliarden Euro – und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenerwartungen klar. Das Jahresziel eines operativen Ergebnisses zwischen 16,4 und 18,4 Milliarden Euro bleibt bestehen. Finanzvorständin Claire-Marie Coste-Lepoutre ließ dabei aufhorchen: „Die operativen Ergebnisse aller Geschäftsbereiche liegen über den Mittelwerten ihrer jeweiligen Gesamtjahresziele." Das deutet darauf hin, dass die Allianz die obere Hälfte der Prognosespanne anpeilt.

CEO Oliver Bäte, seit Mai 2015 an der Spitze des Konzerns, hob hervor, dass die Allianz aktuell so wenig Risiken in den Büchern trage wie nie zuvor in seiner Amtszeit. Das zweite Quartal war branchenweit von einer vergleichsweise geringen Schadenbelastung geprägt – ein Umstand, der den Ergebnissen beider Konzerne spürbar zugutekam.

Münchener Rück mit Rückenwind in die Hurrikan-Saison

Auch die Münchener Rück überzeugte: Im zweiten Quartal erzielte der Rückversicherer einen Nettogewinn von 2,21 Milliarden Euro – deutlich mehr als von Analysten erwartet. Zum Halbjahr summiert sich der Nettogewinn damit auf 3,93 Milliarden Euro. Die Jahresprognose von 6,3 Milliarden Euro Nettogewinn für 2026 wurde bestätigt, gestützt auch durch verlässliche Erträge aus den Kapitalanlagen dank steigender Aktienmärkte. Vorstandschef Christoph Jurecka sieht den Konzern gut aufgestellt: Er sprach davon, mit Rückenwind in die Hurrikan-Saison zu gehen.

Allerdings gibt es eine Kehrseite: Wenn Erstversicherer wie die Allianz weniger Risiken zeichnen, geben sie auch weniger Geschäft an Rückversicherer weiter. Die Münchener Rück hat ihr gezeichnetes Rückversicherungsgeschäft im Jahresvergleich daher um 9,1 Prozent zurückgefahren. „Wir können es uns leisten, auf Geschäft zu verzichten", kommentierte Jurecka die Entwicklung nüchtern.

Bei den Preisverhandlungen mit Erstversicherern und Maklern zum 1. Juli sanken die Preise risikobereinigt um 5,5 Prozent. Jurecka räumte ein, dass die erneut unterdurchschnittliche Zahl an Naturkatastrophen und Großschäden im ersten Halbjahr den Preisdruck verstärkt habe. Im zweiten Quartal beliefen sich die Großschadenaufwendungen auf lediglich 191 Millionen Euro, nach minus 87 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Finanzvorstand Andrew Buchanan äußerte sich zudem zu den aktuellen Waldbränden in Südeuropa: Diese sähen nicht nach einem besonders großen Schadenereignis aus.

Die Münchener Rück korrigierte infolgedessen ihre Prognose für den Versicherungsumsatz um zwei Milliarden auf 38 Milliarden Euro nach unten. Für den Gesamtkonzern inklusive des Erstversicherers Ergo wurde die Umsatzprognose von 64 auf 62 Milliarden Euro gesenkt.

Allianz verstärkt strategischen Fokus auf Asien

Parallel zum starken Quartalsergebnis treibt die Allianz ihre Wachstumsstrategie im Asset Management voran. Die Vermögensverwaltungstochter Allianz Global Investors (AllianzGI) übernahm die Fondssparte der singapurischen Großbank United Overseas Bank (UOB) für 555 Millionen Singapur-Dollar, umgerechnet rund 376 Millionen Euro. Erst zwei Wochen zuvor hatte die Allianz die Lebens- und Krankenversicherungstochter der HSBC-Bank in Singapur für 2,0 Milliarden Euro erworben. Beide Transaktionen unterstreichen den klaren strategischen Fokus auf den asiatischen Wachstumsmarkt.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Der DAX legte am frühen Nachmittag um 0,7 Prozent auf über 26.300 Punkte zu – nachdem er sich am Morgen und am Vortag noch schwergetan hatte. Am Vortag war der Index bei 26.140 Punkten lediglich 0,1 Prozent höher aus dem Handel gegangen.

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