Allianz stärkt Online-Versicherung durch Friday-Übernahme
250.000 Neukunden und Verlust für Baloise – Marke Friday verschwindet

Die Allianz stärkt ihr Online-Geschäft im Versicherungsbereich durch die Übernahme des Berliner Start-ups Friday von der Schweizer Baloise-Gruppe. Mit dieser Akquisition wird Allianz Direct, der digitale Versicherungsarm der Allianz, 250.000 neue Kunden in Deutschland und Frankreich gewinnen. Das Prämienvolumen der hinzugewonnenen Kunden beläuft sich auf rund 50 Millionen Franken. Die Allianz, die in ihrem Online-Geschäft Versicherungsdienste in fünf europäischen Ländern anbietet, festigt damit ihre Position auf dem deutschen Markt und wird durch den Zukauf von Friday zum drittgrößten Kfz-Direktversicherer in Deutschland. Neben Kfz-Versicherungen bietet Friday auch Hausratversicherungen an.
Baloise verkauft Friday mit Verlust, nachdem sie das Start-up seit 2017 aufgebaut und mitfinanziert hatte. Obwohl zum Kaufpreis keine Details veröffentlicht wurden, wird berichtet, dass Baloise einen Verlust von etwa 75 Millionen Franken hinnehmen muss. Der Markenname „Friday“ wird nach der Übernahme durch die Allianz nicht weitergeführt, sodass die neu gewonnenen Kunden vollständig in die Marke Allianz Direct integriert werden. Dies ist für Allianz Direct bereits die zweite Übernahme innerhalb kurzer Zeit, nachdem der Versicherer kürzlich das französische Insurtech Luko übernommen hat. Die Allianz verfolgt mit diesen Akquisitionen eine Strategie, die auf eine stärkere Präsenz und Wachstum im europäischen Online-Versicherungsmarkt abzielt.
Philipp Kroetz, der Chef von Allianz Direct, betont, dass die Übernahme von Friday die langfristige Strategie unterstreicht, das Geschäft in Deutschland und Frankreich auszubauen und damit neue Marktanteile zu sichern. Für Baloise hingegen markiert der Verkauf eine Neuausrichtung ihrer Unternehmensstrategie. Unter Druck des Finanzinvestors Cevian richtet das Unternehmen sein Geschäftsmodell vermehrt auf Profitabilität und eine höhere Ausschüttung an Aktionäre aus. Dazu trennt sich Baloise von Randgeschäften wie Friday, an dem sie zuletzt einen Anteil von über 90 Prozent hielt. Die restlichen Anteile lagen bei Seven Ventures, einer Tochtergesellschaft von ProSiebenSat.1, die zu den frühen Investoren des Start-ups zählte.
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Zur AktienanalyseBereits vor fünf Jahren hatten die Investoren, darunter Baloise und Seven Ventures, Friday mit einer Kapitalspritze von über 100 Millionen Euro unterstützt. Der Abschluss der Übernahme wird bis Mitte 2025 erwartet.


