Allianz erzielt Rekordgewinn trotz Naturkatastrophen
Optimistische Jahresziele und gesteigerte Aktienrückkäufe trotz hoher Unwetterschäden

Die Allianz hat im zweiten Quartal trotz signifikanter Schäden durch Naturkatastrophen einen operativen Rekordgewinn von 3,9 Milliarden Euro erzielt, was die Erwartungen der Analysten übertraf, die im Durchschnitt von 3,7 Milliarden Euro ausgegangen waren. Der Konzernchef Oliver Bäte betonte die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens angesichts der Flutkatastrophe im Juni in Süddeutschland und zeigte sich optimistisch, die Jahresziele zu erreichen. Das Ziel des Unternehmens liegt bei einem operativen Gewinn zwischen 13,8 Milliarden und 15,8 Milliarden Euro für das gesamte Jahr. Das Geschäftsvolumen stieg im zweiten Quartal um 7,6 Prozent auf 42,6 Milliarden Euro, das Nettoergebnis belief sich auf 2,5 Milliarden Euro.
Der Versicherer hatte bereits angekündigt, das Aktienrückkaufprogramm um 500 Millionen Euro auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro aufzustocken. Der im Februar angekündigte Rückkauf von Aktien im Wert von einer Milliarde Euro wurde bereits im Juli abgeschlossen. Alle zurückgekauften Aktien sollen eingezogen werden, was tendenziell den Gewinn je Aktie für Investoren erhöht.
Trotz der soliden Konzernergebnisse belasteten höhere Schäden durch Naturkatastrophen und Unwetter die Schaden- und Unfallversicherung. Im zweiten Quartal musste die Allianz hierfür 642 Millionen Euro aufwenden, davon entfielen 292 Millionen Euro auf die Fluten in Süddeutschland. Auch Ausschreitungen im französischen Überseegebiet Neukaledonien führten zu weiteren Schäden. Das operative Ergebnis dieses Geschäftsbereichs lag mit 1,9 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert von zwei Milliarden Euro, jedoch über den Analystenschätzungen von knapp 1,8 Milliarden Euro.
Die Schaden-Kosten-Quote stieg von 92,2 Prozent auf 93,5 Prozent, fiel jedoch besser aus als von Finanzprofis erwartet. Zudem konnte die Allianz das Geschäft mit Privatkunden sowie kleineren und mittelgroßen Gewerbekunden ausbauen, wodurch das gesamte Geschäftsvolumen um 9,4 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro stieg.
In der Lebens- und Krankenversicherung verzeichnete die Allianz ebenfalls bessere Ergebnisse als erwartet. Der operative Gewinn in diesem Bereich lag bei 1,4 Milliarden Euro, was über dem Vorjahresquartal lag. Das Neugeschäft entwickelte sich positiv, der Barwert der Neugeschäftsbeiträge stieg von 17,7 Milliarden auf 18,8 Milliarden Euro.
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Zur AktienanalyseDie Vermögensverwaltung erzielte einen operativen Gewinn von 742 Millionen Euro, was einem Plus von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht, jedoch unter den Analystenschätzungen von 777 Millionen Euro lag. Das für Dritte verwaltete Vermögen erreichte Ende Juni über 1,8 Billionen Euro, den höchsten Wert seit dem ersten Quartal 2022. Finanzvorständin Claire-Marie Coste-Lepoutre sieht hierin eine gute Grundlage für zukünftiges Gewinnwachstum.
Besondere Aufmerksamkeit wird nun dem Kapitalmarkttag am 10. Dezember gewidmet, an dem die Allianz ihre Strategie für die nächsten drei Jahre präsentieren wird. Zuletzt kündigte die Allianz eine Übernahme in Singapur an, bei der sie für umgerechnet 1,5 Milliarden Euro eine Mehrheitsbeteiligung von mindestens 51 Prozent an der Income Insurance erwerben will, die bisher teuerste Akquisition der Allianz in Asien.


