Align Technology unter EU-Kartellverdacht: Aktie verliert zwei Prozent
Die Europäische Kommission untersucht mögliche unzulässige Koppelungsgeschäfte zwischen iTero-Scannern und Invisalign-Zahnschienen.

Die Aktie von Align Technology (NASDAQ: ALGN) hat am Dienstag rund 2% an Wert verloren. Auslöser war die Bekanntgabe der Europäischen Kommission, eine formelle Kartelluntersuchung gegen das US-amerikanische Unternehmen einzuleiten. Im Mittelpunkt steht der Verdacht auf unzulässige Koppelungsgeschäfte im Europäischen Wirtschaftsraum.
Konkret prüfen die EU-Wettbewerbshüter, ob Align Technology Kunden, die seine iTero-Intraoralscanner erwerben, dazu verpflichtet hat, gleichzeitig auch die Invisalign-Zahnschienen des Unternehmens zu nutzen. Eine solche Praxis wird im Wettbewerbsrecht als „Koppelung" bezeichnet und kann gegen EU-Kartellvorschriften verstoßen. Das Verfahren wurde laut Angaben der Europäischen Kommission durch die Beschwerde eines Wettbewerbers angestoßen.
Was sind iTero-Scanner und Invisalign-Schienen?
Align Technology ist in zwei zentralen Segmenten des digitalen Dentalmarktes tätig. Das Unternehmen stellt zum einen iTero-Intraoralscanner her, die von Zahnärzten und Kieferorthopäden zur Erstellung präziser digitaler Gebissabdrücke eingesetzt werden. Zum anderen produziert Align Technology die bekannten Invisalign-Zahnschienen, transparente Kunststoffschienen, die als moderne Alternative zu herkömmlichen Zahnspangen für kieferorthopädische Behandlungen verwendet werden.
Die Kombination beider Produkte aus einer Hand verschafft Align Technology eine starke Marktposition. Genau diese Verknüpfung steht nun im Fokus der EU-Ermittler: Wenn der Kauf eines Scanners faktisch an die Nutzung der Invisalign-Produkte geknüpft ist, könnten Wettbewerber im Markt für Zahnschienen systematisch benachteiligt werden.
EU-Kartellrecht: Was droht Align Technology?
Koppelungsgeschäfte sind im EU-Wettbewerbsrecht grundsätzlich verboten, wenn ein marktbeherrschendes Unternehmen seine Stellung in einem Markt nutzt, um Kunden in einem anderen Markt zu binden. Die Europäische Kommission hat in der Vergangenheit bei solchen Verstößen empfindliche Geldbußen verhängt. Die aktuelle Untersuchung befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium – eine abschließende Bewertung steht aus.
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Zur AktienanalyseFür Anleger ist die Einleitung eines solchen Verfahrens dennoch ein bedeutsames Signal. Kartelluntersuchungen der EU können sich über Jahre hinziehen und erhebliche Unsicherheit für das betroffene Unternehmen erzeugen. Der unmittelbare Kursrückgang von 2% spiegelt diese Unsicherheit wider.
Align Technology hat seinen Hauptsitz in den USA und ist an der Nasdaq gelistet. Das Unternehmen ist im Bereich der digitalen Kieferorthopädie global tätig und gilt als einer der führenden Anbieter in diesem Wachstumsmarkt. Wie das Unternehmen auf die Untersuchung reagieren wird, blieb zunächst offen.


