Alibaba steckt hinter viralem KI-Videomodell HappyHorse – Aktie steigt
Der chinesische Technologieriese Alibaba hat das mysteriöse KI-Videomodell HappyHorse bestätigt, das globale Benchmarking-Ranglisten dominiert.

Alibaba hat bestätigt, dass das viral gegangene KI-Videomodell HappyHorse-1.0 ein Projekt des Konzerns ist. Das Modell war um den 7. April ohne Angabe seiner Herkunft auf der Benchmarking-Plattform Artificial Analysis aufgetaucht und kletterte rasch an die Spitze der Blindtest-Rankings – sowohl für die Text-zu-Video- als auch für die Bild-zu-Video-Generierung. Die anonyme Veröffentlichung hatte im Internet intensive Spekulationen ausgelöst, ob dahinter ein Technologieriese wie Tencent oder Alibaba oder ein unabhängiger Entwickler stecke.
Am Freitag gaben die Entwickler über ein neu erstelltes X-Konto bekannt, dass HappyHorse Teil der ATH AI Innovation Unit von Alibaba sei und sich das Projekt noch in der Entwicklung befinde. Alibaba bestätigte gegenüber dem US-Sender CNBC die Echtheit des Beitrags. Die Nachricht beendete damit wochenlange Spekulationen rund um das Modell.
Alibaba-Aktie reagiert mit deutlichen Kursgewinnen
Die Märkte reagierten positiv auf die Enthüllung: Die in Hongkong notierten Alibaba-Aktien schlossen am Freitag nach Bekanntwerden der Beteiligung 2,12 Prozent höher. Bereits am Mittwoch war die Aktie um 6,75 Prozent gestiegen – beflügelt durch eine breitere Rallye bei Technologiewerten infolge der Entspannung der Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie durch Spekulationen, dass Alibaba hinter dem mysteriösen Modell stecke.
Alibaba treibt den Ausbau seines KI-Angebots angesichts des intensiven Wettbewerbs in China konsequent voran. Der Konzern baut dabei auf seinem Flaggschiff-Sprachmodell Qwen und der zugehörigen Chatbot-App auf. Während frühere KI-Modellreihen von Alibaba bereits über spezielle Funktionen zur Videogenerierung verfügten, hat keine davon in nur wenigen Tagen ein vergleichbares Aufsehen erregt oder eine so hohe Platzierung wie HappyHorse erreicht.
Wettbewerber mit Rückschlägen – Alibaba wittert Chance
HappyHorse-1.0 könnte die Position von Alibaba in der Videogenerierung erheblich stärken – einem Bereich, in dem Wettbewerber zuletzt Rückschläge hinnehmen mussten. OpenAI hat kürzlich seine Sora-Videogenerierungs-App und -Plattform eingestellt und dies mit einer strategischen Neuausrichtung auf Programmierwerkzeuge, Unternehmenskunden und die Entwicklung von AGI (künstliche allgemeine Intelligenz) angesichts hoher Rechenkosten begründet.
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Zur AktienanalyseAuch der chinesische Konkurrent ByteDance musste einen Dämpfer hinnehmen: Das Unternehmen war gezwungen, die Einführung seines viralen Videomodells Seedance 2.0 nach Urheberrechtsstreitigkeiten mit großen Hollywood-Studios und Streaming-Plattformen zu unterbrechen. Der Rückzug von OpenAI und die Probleme von ByteDance könnten Alibaba zusätzlichen Spielraum im hart umkämpften Markt für KI-Videogenerierung verschaffen.
Alibaba-CEO Eddie Wu hat die KI-Entwicklung zur obersten Priorität für das weitverzweigte Geschäft des Konzerns gemacht, das auch Chipdesign und Rechenzentren umfasst. Alibaba hat seine KI-Modelle bereits in seine anderen E-Commerce-, Werbe- und Unterhaltungsprodukte integriert – und könnte dasselbe mit HappyHorse anstreben. Für deutsche Anleger, die den chinesischen Technologiesektor beobachten, unterstreicht die Entwicklung rund um HappyHorse, wie dynamisch und wettbewerbsintensiv der globale KI-Markt derzeit ist.


