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Algo-Trading verschiebt Kräfteverhältnis am globalen Devisenmarkt

Nichtbanken gewinnen dank Algorithmen Marktanteile – ein Viertel der Buy-Side-Desks setzt bereits auf alternative Anbieter.

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Algo-Trading verschiebt Kräfteverhältnis am globalen Devisenmarkt

Der Einsatz von Algorithmen im Devisenhandel verändert die Branche grundlegend. Ein neuer Bericht des Beratungsunternehmens Crisil Coalition Greenwich zeigt, dass etwa ein Viertel der Trading-Desks auf der Buy-Side bereits Nichtbanken für FX-Ausführungen nutzt oder dies plant. Der tägliche Devisenmarkt hat ein Volumen von 9,5 Billionen US-Dollar – und der Kampf um Marktanteile zwischen traditionellen Banken und unabhängigen Firmen wird intensiver.

Die Qualität der Angebote, innovative Preismodelle und ein technologieorientierter Ansatz sind laut Crisil Coalition Greenwich die Hauptgründe, warum Buy-Side-Akteure zunehmend auf Nichtbanken setzen. Ein Großteil dieser Ausführungen wird dabei über Algorithmen abgewickelt. Diese automatisierten Handelssysteme ermöglichen es, große oder komplexe Aufträge mit minimalem Markteinfluss zu platzieren.

„Algorithmen dominieren die FX-Ausführung", schrieb Audrey Costabile, Senior Analystin bei Crisil Coalition Greenwich. „Für Unternehmen, die große oder komplexe Aufträge mit minimalem Markteinfluss ausführen möchten, können hochentwickelte Tools ein bedeutender Anreiz sein."

Nichtbanken auf dem Vormarsch

Zu den aufstrebenden Nichtbanken-Liquiditätsanbietern zählen Hochfrequenzhändler und spezialisierte Market Maker wie XTX, Citadel Securities und Optiver. Diese Firmen haben ihre Reichweite in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut – insbesondere bei preisbewussten Kunden, die auf effiziente Ausführung und enge Spreads angewiesen sind. Ihr technologischer Vorsprung macht sie zu ernsthaften Konkurrenten für die etablierten Bankhäuser.

Für deutsche und europäische Institutionen, die regelmäßig Währungsrisiken absichern oder internationale Portfolios verwalten, ist diese Entwicklung besonders relevant. Die Wahl des richtigen Ausführungspartners kann bei großen Transaktionsvolumina erhebliche Kostenunterschiede bedeuten. Algorithmen bieten dabei die Möglichkeit, Aufträge intelligent über Zeit und Liquiditätsquellen zu verteilen.

Banken verteidigen ihre Stellung

Trotz des Vordringens der Nichtbanken behalten traditionelle Banken wichtige Vorteile. Laut Crisil Coalition Greenwich könnten langjährige Bankbeziehungen die weitere Akzeptanz von Nichtbanken einschränken. Buy-Side-Desks schätzen diese gewachsenen Verbindungen besonders in unruhigen Marktphasen oder beim Handel mit strukturierteren Devisenprodukten.

In volatilen Marktphasen – etwa bei geopolitischen Schocks oder geldpolitischen Überraschungen – greifen viele institutionelle Händler bevorzugt auf ihre Bankpartner zurück. Das Vertrauen, das über Jahre aufgebaut wurde, und die Fähigkeit der Banken, auch in illiquiden Märkten als Gegenpartei aufzutreten, sind Faktoren, die sich nicht einfach durch Technologie ersetzen lassen.

Die Debatte zwischen Banken und Nichtbanken dürfte sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen. Mit zunehmender Reife der Algo-Trading-Technologien und wachsendem Wettbewerb unter den Liquiditätsanbietern stehen traditionelle Banken unter Druck, ihre eigenen technologischen Angebote zu verbessern. Der 9,5-Billionen-Dollar-Markt bleibt ein hart umkämpftes Terrain – mit Algorithmen als entscheidendem Wettbewerbsfaktor.

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