Algerien schließt Milliardenvertrag mit Midad Energy
Saudi-Unternehmen investiert in Öl- und Gasförderung im Illizi-Becken nahe der libyschen Grenze

Algerien hat mit dem saudi-arabischen Unternehmen Midad Energy einen Vertrag über 5,4 Milliarden US-Dollar zur Erschließung und Förderung von Erdöl und Erdgas unterzeichnet. Die staatliche Energiegesellschaft Sonatrach teilte mit, dass das Abkommen die Erkundung und Entwicklung von Vorkommen im Illizi-Becken im Südosten des Landes vorsieht. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 30 Jahren und kann um weitere zehn Jahre verlängert werden. Innerhalb der Vereinbarung ist eine siebenjährige Explorationsphase vorgesehen, in der neue Förderstätten identifiziert und bewertet werden sollen.
Das Projekt wird vollständig von Midad Energy North Africa finanziert, einschließlich einer Summe von 288 Millionen US-Dollar, die für die Erkundungsarbeiten vorgesehen ist. Das betroffene Gebiet, das als Illizi South bezeichnet wird, liegt etwa 100 Kilometer südlich der Stadt In Amenas und befindet sich in der Nähe der libyschen Grenze. Nach Angaben der saudi-arabischen Nachrichtenagentur SPA wird die Gesamtproduktion am Ende der Vertragslaufzeit auf rund 993 Millionen Barrel Öläquivalent geschätzt. Darin enthalten sind etwa 125 Milliarden Kubikmeter Erdgas.
Sonatrach ist der größte Öl- und Gasproduzent Algeriens und spielt eine zentrale Rolle in der Wirtschaft des Landes. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen verstärkt auf internationale Kooperationen gesetzt, um die Förderkapazitäten zu steigern und die Infrastruktur zu modernisieren. Erst kürzlich hatte Sonatrach ein weiteres Abkommen im Wert von 850 Millionen US-Dollar mit dem chinesischen Unternehmen Sinopec über die Entwicklung und Erschließung von Kohlenwasserstoffvorkommen geschlossen.
Die algerische Regierung verfolgt eine langfristige Strategie zur Stärkung der nationalen Energieproduktion. Der Energieminister hatte Anfang des Monats erklärt, Algerien plane Investitionen von insgesamt 60 Milliarden US-Dollar in den Energiesektor innerhalb der kommenden fünf Jahre. Der Schwerpunkt liege auf der Förderung und Exploration im Upstream-Bereich, also bei der Suche und Gewinnung von Rohstoffen. Ziel sei es, die Produktionsbasis zu erweitern, um sowohl den wachsenden Inlandsbedarf zu decken als auch die Position des Landes auf den internationalen Energiemärkten zu festigen.
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Zur AktienanalyseAls Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder setzt Algerien auf eine Balance zwischen wirtschaftlicher Nutzung seiner fossilen Ressourcen und dem schrittweisen Übergang zu nachhaltigeren Energieformen. Durch neue Partnerschaften wie das Abkommen mit Midad Energy will das Land seine Rolle als verlässlicher Energielieferant für Europa und andere Regionen weiter ausbauen und zugleich die heimische Energieversorgung langfristig sichern.


