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Albertsons senkt Jahresprognose – Aktie bricht um 15% ein

Der US-Supermarktriese kämpft mit preisbewussten Kunden, steigendem Wettbewerb und sinkenden Margen – und kündigt massive Investitionen an.

Albertsons senkt Jahresprognose – Aktie bricht um 15% ein

Albertsons hat am Donnerstag seine Jahresprognosen für Kernumsatz und Gewinn deutlich gesenkt. Gleichzeitig kündigte der US-amerikanische Supermarktkonzern an, die Investitionen in Preisgestaltung und das Digitalgeschäft zu beschleunigen. Die Reaktion der Anleger fiel heftig aus: Die Aktie brach um 15 Prozent auf ein Fünfjahrestief ein.

Der Konzern erwartet nun einen Rückgang der flächenbereinigten Umsätze – sogenannter Identical Sales – im Bereich von 0,5 bis 1,5 Prozent. Zuvor hatte Albertsons noch eine Stagnation bis hin zu einem Plus von 1 Prozent angepeilt. Im ersten Quartal lagen die flächenbereinigten Umsätze bereits 0,8 Prozent im Minus. Führungskräfte des Unternehmens erklärten in einer Telefonkonferenz, dass sie für den Rest des Jahres nur mit einer sehr moderaten Verbesserung rechnen.

Auch beim Gewinn je Aktie musste Albertsons die Erwartungen deutlich zurückschrauben. Der bereinigte Gewinn pro Aktie für das Geschäftsjahr 2026 wird nun auf 1,75 bis 1,85 US-Dollar geschätzt – gegenüber dem früheren Ziel von 2,22 bis 2,32 US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von rund 20 Prozent gegenüber den ursprünglichen Planungen.

Preisbewusste Kunden setzen Supermarktkette unter Druck

Der Hintergrund der Gewinnwarnung ist ein verändertes Konsumverhalten in den USA. Höhere Benzin- und Lebensmittelpreise haben US-Haushalte dazu gezwungen, bei ihren Ausgaben selektiver vorzugehen. Viele Verbraucher weichen auf große Einzelhändler wie Walmart sowie auf Eigenmarken- und Discounthändler wie Aldi aus. Dies belastet den Umsatz von Albertsons und seinen Wettbewerbern spürbar.

„Das Kerngeschäft mit Lebensmitteln sah sich einem zunehmenden Druck durch schwächere Branchentrends bei den Absatzzahlen und einem vorsichtigeren Konsumenten gegenüber", erklärte Susan Morris, CEO von Albertsons. Die Bruttomarge des Unternehmens sank im zweiten Quartal um 23 Basispunkte, nachdem sie im vorangegangenen Quartal bereits um 25 Basispunkte zurückgegangen war.

Zusätzlich belasten steigende Kosten für Treibstoff und Verpackung die Aussichten. Angesichts des eskalierenden Konflikts im Iran verharrt der landesweite Durchschnittspreis für Benzin in den USA über der Marke von 4,00 US-Dollar pro Gallone, was die Erwartungen bezüglich der Konsumausgaben weiter dämpft.

Umbau und Investitionen als Gegenstrategie

Albertsons reagiert auf den Druck mit einer Reihe von Maßnahmen. Das Unternehmen hat bereits die Preise für hunderte Artikel gesenkt, in die Verbesserung seines E-Commerce-Kanals investiert und sein Angebot an Eigenmarken verdoppelt. „Wir haben uns entschieden, die Investitionen in unser Kundennutzenversprechen und das Kundenerlebnis noch vor den erwarteten Produktivitätsvorteilen zu beschleunigen, da wir davon überzeugt sind, dass diese Maßnahmen unseren Wachstumskurs verbessern werden", so CEO Morris.

Darüber hinaus plant Albertsons eine umfassende Restrukturierung: Das Geschäftsmodell soll von elf Divisionen in vier Regionaleinheiten umgebaut werden. Gleichzeitig sollen Merchandising-Funktionen wie Preisgestaltung, Werbeaktionen und Lieferantenbeziehungen stärker zentralisiert werden, um die Filialleistung zu steigern.

Abgang der Finanzchefin belastet zusätzlich

Für zusätzliche Unsicherheit sorgt der angekündigte Abgang von Finanzchefin Sharon McCollam, die im Laufe des Jahres in den Ruhestand treten wird. „McCollam genießt in der Investmentgemeinschaft hohes Ansehen, daher gehen wir davon aus, dass diese Nachricht als negativ gewertet wird – insbesondere angesichts der aktuellen geschäftlichen Herausforderungen", kommentierte Steven Shemesh, Analyst bei RBC Capital Markets.

Die Schwäche von Albertsons strahlte auch auf Wettbewerber aus. Die Aktien des Konkurrenten Kroger fielen um 4 Prozent, während Sprouts Farmers Market ein Minus von rund 5 Prozent verzeichnete. Analyst Michael Montani von Evercore ISI fasste die Lage zusammen: „Die Schlussfolgerung daraus ist, dass die Branchentrends und der Wettbewerb für Kroger und Sprouts Farmers Market weiterhin herausfordernd bleiben."

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