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Alarmierender Anstieg von Geldautomatensprengungen

Versicherer kämpfen mit 110 Millionen Euro Schäden – Täter aus den Niederlanden im Fokus

Alarmierender Anstieg von Geldautomatensprengungen

Die steigende Anzahl von Geldautomatensprengungen hat in Deutschland im vergangenen Jahr zu versicherten Schäden in Höhe von 110 Millionen Euro geführt, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kürzlich bekannt gab. Dies markiert einen alarmierenden Anstieg in einem bereits besorgniserregenden Trend. Die GDV hat erstmals Daten zu diesem Thema erhoben und enthüllt damit das Ausmaß der finanziellen Belastung für die Versicherungsunternehmen.

Von den insgesamt 110 Millionen Euro entfielen 30 Millionen Euro auf gestohlenes Bargeld, was der Summe entspricht, die die Täter bei ihren Angriffen erbeuteten. Allerdings bleibt zu beachten, dass die Täter nach einer erfolgreichen Sprengung nicht immer die gesamte Beute aus dem Geldautomaten mitnehmen. GDV-Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach betonte, dass jedem gestohlenen Euro Bargeld zwei bis drei Euro an Kollateralschäden an Gebäuden und Infrastruktur gegenüberstehen. Dies bedeutet, dass der tatsächliche Gesamtschaden durch diese gewaltsamen Sprengungen sogar noch höher sein könnte, da der GDV nur die versicherten Schäden erfasst, nicht jedoch den Gesamtschaden.

Das Jahr 2022 verzeichnete einen erschreckenden Anstieg der Geldautomatensprengungen in Deutschland, mit fast 500 dokumentierten Angriffen, so viele wie nie zuvor. Trotz erhöhter Sicherheitsmaßnahmen der Banken und einiger Erfolge bei der Ermittlung der Täter zeigt sich die Situation im Jahr 2023 weiterhin besorgniserregend. Bis zum 23. November 2023 registrierten die Landeskriminalämter 413 Sprengungen und Sprengversuche, was im Durchschnitt 1,26 Vorfälle pro Tag entspricht und nur fünf weniger sind als im Rekordjahr 2022.

Die Polizei geht davon aus, dass die meisten Taten von einer kriminellen Gruppe aus den Niederlanden begangen werden, die aus Hunderten von Mitgliedern besteht, von denen viele einen marokkanischen Migrationshintergrund haben. Vor einigen Jahren ereigneten sich auch in den Niederlanden viele Sprengungen, jedoch konnte ihre Zahl durch umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen deutlich reduziert werden.

Trotz der enormen finanziellen Belastung und der anhaltend hohen Zahl von Angriffen setzen die Versicherungsunternehmen weiterhin auf spezielle Elektronikversicherungskonzepte, die auch Geldautomaten abdecken. Die Allianz-Tochter Allianz Esa bestätigte, dass sie diese Versicherungsmöglichkeiten anbietet und dass die Beiträge je nach individueller Risikosituation festgelegt werden. Auch andere Versicherer wie die R+V Versicherung sind weiterhin in diesem Bereich aktiv, wobei die Versicherungskonditionen von der Sicherheitstechnik in den jeweiligen Banken abhängen.

Trotz der enormen finanziellen Herausforderungen und des anhaltenden Drucks setzen die Versicherungsunternehmen auf Innovationen und Sicherheitsanpassungen, um mit der anhaltenden Bedrohung Schritt zu halten. Es bleibt zu hoffen, dass diese Anstrengungen dazu beitragen, die Zahl der Geldautomatensprengungen in Deutschland zu reduzieren und die finanziellen Belastungen für die Versicherungsbranche zu minimieren. Gleichzeitig ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Strafverfolgungsbehörden ihre Bemühungen verstärken, um die Täter effektiv zu bekämpfen und diese gefährlichen Verbrechen einzudämmen.

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