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Alabama: Über 100 Patienten kaufen medizinisches Cannabis in erster Woche

Seit der Eröffnung der ersten legalen Abgabestelle in Alabama haben 102 Patienten medizinisches Cannabis erworben – ein historischer Meilenstein für den US-Bundesstaat.

Alabama: Über 100 Patienten kaufen medizinisches Cannabis in erster Woche

Alabama hat einen historischen Schritt vollzogen: Mehr als 100 qualifizierte Patienten haben in der ersten Woche des legalen Verkaufs medizinisches Cannabis erworben. Das teilte die Alabama Medical Cannabis Commission (AMCC) mit. Die erste Abgabestelle im Bundesstaat, Callie's Apothecary, eröffnete am 4. Juni ihren ersten Standort in Montgomery – nach einem „Soft Opening" am Vortag.

Laut Justin Aday, Chefjurist der Kommission, haben 102 Patienten in insgesamt 111 Transaktionen medizinische Cannabisprodukte erworben. Der Umsatz vor Steuern belief sich auf rund 14.600 US-Dollar, bei einer durchschnittlichen Transaktion von 131,56 US-Dollar. Laut dem Patientenmenü auf der Website von Callie's liegt der Preis für jedes Produkt zwischen 42 und 52 US-Dollar.

Emotionale Reaktionen bei Patienten und Betreibern

Vince Schilleci, Inhaber von Callie's Apothecary, beschrieb die erste Geschäftswoche als außerordentlich lohnend. „Ich sehe viele glückliche Patienten", sagte er in einem Telefoninterview. Er schilderte eine besonders bewegende Szene: „Unser Filialleiter sah einen Patienten hinausgehen, und so albern es klingen mag, er sprang in die Luft und schlug die Fersen zusammen. Ja, so glücklich war man dort über den Erhalt dieses Medikaments."

Aufgrund der hohen Nachfrage musste die Abgabestelle zunächst die Kaufmengen begrenzen. „Wir mussten – ich verwende diesen Begriff nur ungern – rationieren, aber wir haben die Menge begrenzt, die Patienten kaufen konnten, einfach weil wir wussten, wie viele Patienten hinzukommen würden", erklärte Schilleci. Nachdem am Donnerstag eine zweite Warenlieferung eintraf und eine weitere für Freitag erwartet wurde, hob die Abgabestelle die Mengenbeschränkung auf. Patienten können nun ihren gesamten 60-Tage-Vorrat auf einmal erwerben.

Rechtlicher Rahmen und zugelassene Produkte

Das im Jahr 2021 verabschiedete Gesetz über medizinisches Cannabis in Alabama erlaubt es registrierten Ärzten, Cannabis für rund 15 Krankheitsbilder zu empfehlen. Dazu zählen unter anderem Krebs, Depressionen, Parkinson, PTBS, Sichelzellenanämie, chronische Schmerzen und unheilbare Krankheiten. Für deutsche Leser ist dabei bemerkenswert, dass die zugelassenen Produktformen streng reguliert sind: Erlaubt sind ausschließlich Tabletten, Tinkturen, Pflaster, Öle und Gel-Würfel in Pfirsichgeschmack. Rohes Pflanzenmaterial und rauchbare Formen bleiben weiterhin verboten.

Bis Donnerstagmorgen hatten 481 Patienten einen Cannabis-Ausweis beantragt, von denen 446 bereits von der AMCC ausgestellt wurden. Beim Alabama Board of Medical Examiners sind 52 Ärzte zertifiziert, medizinisches Cannabis zu empfehlen. Von diesen sind 39 bei der AMCC registriert, und 21 haben bereits Empfehlungen an Patienten ausgesprochen.

Weitere Abgabestellen und anhaltende Rechtsstreitigkeiten

Der Weg zum legalen Cannabisverkauf in Alabama war von zahlreichen rechtlichen Hindernissen geprägt. Mehrere Unternehmen klagten gegen die Kommission wegen angeblich diskriminierender Lizenzierungsverfahren. Ein weiterer Fall, in dem fünf Eltern die Kommission wegen Verzögerungen beim Patientenzugang verklagten, wurde im August abgewiesen. Lizenzen für drei der vier möglichen Abgabestellenbetreiber wurden erst im Dezember genehmigt.

Die drei lizenzierten Unternehmen – CCS of Alabama, LLC, GP6 Wellness, LLC und RJK Holdings, LLC – sollen laut AMCC-Direktor John McMillan noch in diesem Sommer ihre Standorte eröffnen. Eine vierte Lizenz ist noch Gegenstand eines Rechtsstreits, wird aber voraussichtlich an Yellowhammer Medical Dispensaries, LLC vergeben. Aday zeigte sich optimistisch: „Wir freuen uns sicherlich darauf, dass mehr dieser Patienten diese Abgabestelle aufsuchen können und weitere Abgabestellen eröffnen, die eine größere geografische Abdeckung bieten."

Schilleci zog trotz aller Schwierigkeiten ein positives Fazit: „Ich würde es wieder tun, nur um das Lächeln auf den Gesichtern dieser Patienten zu sehen. Es war es wert. Daran gibt es keinen Zweifel."

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