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Aktive ETFs stoppen den jahrelangen Gebührenverfall der Branche

Aktiv verwaltete ETFs gewinnen rasant Marktanteile und treiben die durchschnittlichen Fondsgebühren erstmals seit Jahren wieder nach oben.

Aktive ETFs stoppen den jahrelangen Gebührenverfall der Branche

Das neu erwachte Interesse der Anleger an aktiv verwalteten Fonds bremst die aggressive Abwärtsspirale bei den ETF-Gebühren. Nachdem die Kostenquoten jahrelang kontinuierlich gesunken waren, stieg die vermögensgewichtete durchschnittliche Kostenquote für börsengehandelte Fonds (ETFs) in den Jahren 2024 und 2025 laut Daten von FactSet leicht an. Der Grund: Aktive Fonds, die vergleichsweise höhere Gebühren verlangen, gewinnen schnell Marktanteile.

ETFs werden seit langem mit kostengünstigem passiven Investieren in Verbindung gebracht. Der jahrzehntelange Aufstieg von Indexstrategien hat ihnen – zusammen mit steuerlichen Vorteilen – geholfen, klassische Investmentfonds als dominierendes Vehikel für Neuinvestitionen in den USA zu überholen. Passives Investieren war dabei noch nie so günstig: Der S&P-500-Fonds von Vanguard – mit einem Vermögen von fast einer Billion US-Dollar – erhebt eine Gebühr von lediglich 0,03 Prozent, also gerade einmal 3 US-Dollar jährlich pro investierten 10.000 US-Dollar.

Regulatorische Änderung als Wendepunkt

Aktiv verwaltete Strategien, die nicht einfach einen Index nachbilden, machten vor nur fünf Jahren noch einen vernachlässigbaren Teil des gesamten ETF-Vermögens aus. Eine regulatorische Änderung, die die Auflegung von Fonds aller Art erleichterte, hat den Markt jedoch schnell umgestaltet. Vermögensverwalter treiben ihre aktiven Strategien seither aggressiv voran – auch um den extrem niedrigen Gebühren entgegenzuwirken, die enorme Volumina erfordern, um überhaupt Gewinne zu erzielen.

Im vergangenen Jahr wurden rekordverdächtige 1.100 neue ETFs aufgelegt. Mehr als acht von zehn dieser neuen Produkte waren aktiv verwaltete Fonds. Die Branche setzt damit klar auf höhermargige Produkte, um ihre Ertragsbasis zu stärken.

Aktive Fonds mit rasant wachsendem Marktanteil

Die Zahlen belegen den Trend eindrucksvoll: Aktive Fonds verzeichneten im Jahr 2025 bereits 32 Prozent der 1,4 Billionen US-Dollar an Neugeldern, die in US-ETFs investiert wurden. Im Jahr 2021 lag dieser Anteil noch bei lediglich 9 Prozent. Das entspricht einer mehr als dreifachen Steigerung des Marktanteils innerhalb von nur vier Jahren.

Im ersten Quartal 2026 hat sich die Dynamik laut dem Analysehaus ETFGI sogar noch weiter beschleunigt: Die Zuflüsse in aktive ETFs stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 70 Prozent auf einen neuen Rekordwert. Für deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung relevant, da auch hierzulande das Angebot an aktiv verwalteten ETFs wächst und die Produktauswahl zunehmend komplexer wird.

Die Entwicklung zeigt, dass die ETF-Branche einen strukturellen Wandel durchläuft. Was einst als reines Vehikel für günstiges Indexinvestieren galt, entwickelt sich zu einem breiten Produktuniversum – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Kostenstruktur für Anleger. Wer künftig in ETFs investiert, sollte die Kostenquote daher genauer im Blick behalten als noch vor einigen Jahren.

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