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Aktive ETFs auf dem Vormarsch: Können Manager passive Fonds schlagen?

Aktive ETFs machen 2026 rund 80 % aller Neuemissionen aus – doch rechtfertigen sie ihre höheren Kosten wirklich?

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Aktive ETFs auf dem Vormarsch: Können Manager passive Fonds schlagen?

Börsengehandelte Fonds (ETFs) haben seit ihrer Einführung im Jahr 1993 eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen. Damals debütierte der SPDR S&P 500 ETF als erster seiner Art in den USA und bot Anlegern erstmals die Möglichkeit, die Wertentwicklung des S&P 500 über einen einzigen Fonds abzubilden. Seitdem haben ETFs eine Schlüsselrolle in den Portfolios von Privatanlegern weltweit übernommen – und der Markt entwickelt sich weiter.

Besonders auffällig ist ein aktueller Trend: Aktiv verwaltete ETFs machen im Jahr 2026 rund 80 % aller ETF-Neuemissionen aus. Angesichts anhaltender Marktvolatilität und wachsender Herausforderungen in den Schwellenländern suchen viele Anleger nach Produkten, die mehr bieten als eine schlichte Indexabbildung. Doch die entscheidende Frage bleibt: Lohnt sich aktives Management wirklich?

Aktiv vs. passiv: Die grundlegenden Unterschiede

Passive ETFs verfolgen ein klar definiertes Ziel: Sie bilden einen Index wie den S&P 500 oder den Russell 2000 nach und streben an, dessen Performance vor Gebühren zu erreichen. Aktiv verwaltete ETFs hingegen haben einen anderen Anspruch – sie wollen ihre Benchmark übertreffen oder spezifische Ziele erreichen, etwa regelmäßige Erträge oder eine geringere Schwankungsbreite. Dafür treffen professionelle Fondsmanager diskretionäre Entscheidungen darüber, welche Wertpapiere wann gekauft oder verkauft werden.

Dieser Mehraufwand hat jedoch seinen Preis. Die durchschnittliche Kostenquote eines passiven ETFs liegt bei etwa 0,10 %, während Anleger bei aktiv verwalteten ETFs im Schnitt rund 0,69 % pro Jahr zahlen. Hinzu kommt, dass aktive Fonds häufiger handeln, was zusätzliche Transaktionskosten verursacht. Jeder Euro, der für Gebühren aufgewendet wird, steht nicht mehr für Reinvestitionen und den Zinseszinseffekt zur Verfügung – ein Faktor, der sich über Jahrzehnte erheblich auswirken kann.

Die Datenlage ist eindeutig – zumindest langfristig

Die S&P Indices Versus Active (SPIVA) U.S. Scorecard für das Jahr 2025 liefert ernüchternde Zahlen für Befürworter aktiven Managements: 79 % der aktiv verwalteten Large-Cap-Aktienfonds in den USA schnitten im vergangenen Jahr schlechter ab als der S&P 500. Über einen Zeitraum von zehn Jahren übertrafen lediglich 24 % der aktiven ETFs ihre jeweiligen Benchmarks.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Drei von vier aktiv verwalteten Fonds verfehlten langfristig ihr zentrales Versprechen – den Markt zu schlagen. Für Privatanleger, die auf langfristigen Vermögensaufbau setzen, ist das ein gewichtiges Argument zugunsten passiver Indexfonds.

Wann können aktive ETFs dennoch sinnvoll sein?

Trotz der historisch schwachen Bilanz aktiver Fonds gibt es Szenarien, in denen sie eine Rolle spielen können. Da die Gebühren für aktiv verwaltete Produkte tendenziell sinken, verringert sich der strukturelle Nachteil gegenüber passiven Fonds. In bestimmten Marktsegmenten – etwa bei Schwellenländeranleihen oder Nischenmärkten – kann professionelles Management durchaus Mehrwert schaffen.

Wer einen aktiven ETF in Betracht zieht, sollte sich folgende Fragen stellen:

  • Wer verwaltet den Fonds und wie ist die bisherige Erfolgsbilanz?
  • Trifft eine Einzelperson oder ein Team die Anlageentscheidungen?
  • In welchen Marktphasen könnte dieser Fonds unterdurchschnittlich abschneiden?
  • Wie hoch ist die Gesamtkostenquote im Vergleich zu passiven und aktiven Wettbewerbern?
  • Welche Rolle soll der ETF im eigenen Portfolio übernehmen?

Die Antworten auf diese Fragen helfen dabei, eine fundierte Entscheidung zu treffen – und zu beurteilen, ob der Mehraufwand eines aktiven Managements im individuellen Fall gerechtfertigt ist.

Fazit: Passiv bleibt die solide Basis

Die Datenlage spricht eine klare Sprache: Passiv verwaltete ETFs haben historisch gesehen die Mehrheit aktiver Fonds übertroffen – insbesondere über lange Zeiträume und nach Abzug aller Kosten. Für den langfristigen Vermögensaufbau bleiben kostengünstige Indexfonds daher die erste Wahl für die meisten Privatanleger. Aktive ETFs können als Ergänzung sinnvoll sein, sollten aber mit klaren Erwartungen und einem kritischen Blick auf Kosten und Managerqualität ausgewählt werden.

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