Aktiensparen in Krisenzeiten: So bleiben Anleger gelassen
Volatile Märkte verunsichern viele Privatanleger. Experten erklären, worauf es bei der Geldanlage in turbulenten Zeiten wirklich ankommt.

Die Finanzmärkte sind unruhiger geworden – und das nicht erst seit der jüngsten Krise. Kursausschläge fallen heftiger aus, die Kurven auf den Börsentafeln signalisieren Dramatik. Für viele Anleger ist das eine nervenaufreibende Erfahrung. Doch Experten sind sich einig: Panik ist der falsche Ratgeber.
„Als Anleger darf man sich nicht von der Schnelligkeit der Börse und der Schnelligkeit der Nachrichten beeindrucken lassen", betont Mark Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. „Wir haben alle gelernt, dass die Börsen rauf und runter gehen." Selbst politische Akteure wie US-Präsident Donald Trump, der die Kurse derzeit maßgeblich beeinflusse, seien nicht daran interessiert, dass der Markt „komplett abschmiert".
Die Geschichte gibt Tüngler recht: Ob das Platzen der Internetblase, die Bankenzusammenbrüche der Finanzkrise oder Kriege wie der aktuelle Konflikt in Nahost – die Aktienmärkte haben sich von jeder Krise erholt, oft sogar mit neuen Rekordständen. Wer dem Deutschen Aktienindex (DAX) über mehrere Jahre die Treue hielt, konnte laut Statistik mit jährlichen Zugewinnen zwischen sieben und neun Prozent rechnen.
Krisen ignorieren? Nein – aber richtig reagieren
Bedeutet das, Krisen einfach auszublenden? Keineswegs. Tüngler rät ausdrücklich: „Gerade jetzt sollte man sich darüber Gedanken machen, wie man aufgestellt ist." Die gesetzliche Rente allein biete keine ausreichende Absicherung – privates Sparen werde damit umso wichtiger.
Chris-Oliver Schickentanz, der bei der Vermögensverwaltung Capitell die Anlagestrategie verantwortet, ergänzt: Entscheidend sei nicht, ob ein einzelnes Unternehmen kurzfristig die Erwartungen der Börse verfehle. Wichtiger sei eine solide Strategie und Qualität im Depot. „Diese langfristige Perspektive sollte sich jeder deutlich machen", so Schickentanz.
Das zentrale Gebot lautet dabei Stetigkeit. „Man sollte nicht alles auf einmal investieren, sondern über einen längeren Zeitraum verteilt", erklärt Schickentanz. Für die private Altersvorsorge empfiehlt er Fondssparpläne, in die Anleger regelmäßig einen festen Betrag einzahlen.
Der Vorteil des Durchschnittskosteneffekts
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Zur AktienanalyseDieses Prinzip bringt einen weiteren Vorteil mit sich: Wer regelmäßig spart, kauft in Schwächephasen automatisch mehr Fondsanteile zum günstigeren Preis – und profitiert damit langfristig von Kursrückgängen. Auch Tüngler betont deshalb, wie wichtig es sei, so früh wie möglich und so lange wie nötig mit dem Sparen fürs Alter zu beginnen.
„Dabei geht es auch um Zinsen und andere Wertanlagen", sagt der Anlegerschützer. „Gerade jetzt in Krisenzeiten sollte man sich damit auseinandersetzen – gerade für das Alter." Reines Aussitzen, so das klare Fazit der Experten, reicht nicht aus. Wer langfristig denkt, eine klare Strategie verfolgt und regelmäßig investiert, ist auch in turbulenten Zeiten gut aufgestellt.


