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Aktien überbewertet, Krypto günstig: Ist jetzt der richtige Einstiegszeitpunkt?

Der S&P 500 erreicht Rekord-Bewertungen, während Ethereum, Solana und Hyperliquid trotz steigender Umsätze günstig bewertet bleiben.

Aktien überbewertet, Krypto günstig: Ist jetzt der richtige Einstiegszeitpunkt?

Der amerikanische Aktienmarkt befindet sich auf historisch teuren Bewertungsniveaus. Das zyklisch bereinigte Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 liegt aktuell bei 40,6 – ein Niveau, das der Index zuvor nur ein einziges Mal erreicht hat: unmittelbar vor dem Zusammenbruch der Dotcom-Blase. Auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 3,7 markiert ein Rekordhoch, was Anleger zunehmend beunruhigt.

Besonders für Investoren, die über den Kauf von KI-Aktien oder Halbleiterwerten nachdenken, sind diese hohen Bewertungen ein Warnsignal. Sie implizieren, dass bereits eine Wachstumsverlangsamung zu massiven Kursverlusten führen könnte. Die Erwartungen an die zukünftige Performance sind schlicht extrem hoch gesteckt.

Die Bewertungslücke zwischen Aktien und Krypto wächst

Während Aktien teuer sind, entwickeln sich umsatzgenerierende Kryptowährungen wie Ethereum (ETH), Solana (SOL) und Hyperliquid (HYPE) in die entgegengesetzte Richtung. Ihre Kurse stagnierten oder fielen in den vergangenen 12 Monaten, während die Protokollumsätze in den letzten drei Jahren schubweise gestiegen sind. Das Konzept von Krypto-Assets mit realen und positiven Fundamentaldaten ist noch vergleichsweise neu – was erklären könnte, warum der Markt diese Entwicklung noch nicht vollständig eingepreist hat.

Angesichts der stark gefallenen Kurse seit Oktober 2025 bei gleichzeitig schnell wachsenden Quartalsumsätzen ist es laut der Analyse schwer vorstellbar, dass Ethereum und Solana derzeit überbewertet sind. Für Value-Investoren, die nach günstigen Einstiegsgelegenheiten suchen, ist diese Konstellation durchaus bemerkenswert.

Doch nicht jede Kryptowährung gibt den generierten Wert gleichermaßen an ihre Halter weiter – und genau hier liegt ein entscheidender Unterschied zwischen den einzelnen Projekten.

Wie Wert an Halter weitergegeben wird – ein Vergleich

Bei Ethereum werden Transaktionsgebühren teilweise „verbrannt" (burned), was das Halten von Ether einem Anspruch auf den durch Netzwerkaktivität generierten Wert gleichsetzt. Allerdings fließt der Großteil der Überschüsse an Anwendungen, Layer-2-Chains und Staker – nicht an reine Halter. Da zudem ständig neues Angebot generiert wird, was den Gebührenverbrennungen direkt entgegenwirkt, mussten Halter bei normaler Netzwerkaktivität in den letzten Jahren sogar eine leichte Verwässerung hinnehmen.

Solana verbrennt zwar 50% seiner Basisgebühr, jedoch keine Prioritätsgebühren – und Letztere machen den Großteil dessen aus, was Nutzer tatsächlich zahlen. Laut Daten des Krypto-Analysten Blockworks wurden im Juni lediglich 1,1% der Neuemissionen des Coins durch Gebührenverbrennungen ausgeglichen. Für reine Halter ist dies also wenig vorteilhaft.

Hyperliquid sticht in diesem Vergleich deutlich hervor. Je nach Entstehung der Gebühren fließen zwischen 97% und 99% davon in kontinuierliche Rückkäufe des eigenen Tokens HYPE am offenen Markt zurück. Durch diesen Mechanismus wurden bereits mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar für Token-Rückkäufe ausgegeben. Die aktuelle Rate impliziert den Erwerb von etwa 7% der gesamten Marktkapitalisierung von Hyperliquid innerhalb von 12 Monaten – eine Werttransferrate, die die meisten börsennotierten Aktiengesellschaften in den Schatten stellen würde.

Fazit: Krypto als Ergänzung, nicht als Ersatz

Die Kombination aus überbewerteten Aktien und in Ungnade gefallenen Kryptowährungen mit steigenden Umsätzen stellt eine Konstellation dar, die Value-Investoren als potenziell lukrativ einschätzen würden – selbst wenn die Werterfassung bei einzelnen Projekten noch unvollkommen ist.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Anleger aufhören sollten, in Aktien zu investieren, um Krypto hinterherzujagen. Vielmehr könnte es eine überlegenswerte Entscheidung sein, etwas mehr Kapital als üblich in den Krypto-Sektor zu allokieren, solange dieser günstig bewertet ist. Entscheidend bleibt dabei stets die Frage, ob ein Asset tatsächlich Umsätze generiert und wie dieser Wert an die Halter weitergegeben wird.

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