Aktien deutscher Cannabisunternehmen steigen nach Legalisierungszusage
Tech-Investor Christian Angermayer besitzt 45% von SynBiotic

Die Aktien des deutschen Cannabisunternehmens SynBiotic stiegen am Donnerstag stark an, kurz nachdem die neue Regierung zugesagt hatte, die Droge zu legalisieren.
Die Aktien des in München ansässigen Unternehmens stiegen an der Frankfurter Börse um 33 % auf 29 Euro (33 $). Das Unternehmen hat jetzt eine Marktkapitalisierung von über 100 Millionen Euro.
Die Mitte-Links-Partei der Sozialdemokraten, die Grünen und die Freie Demokratische Partei haben sich am Mittwoch darauf geeinigt, erstmals gemeinsam in einer Dreierkoalition zu regieren. Die so genannte "Ampel"-Koalition einigte sich auf Pläne zur Legalisierung des Verkaufs von Cannabis für den Freizeitgebrauch an Erwachsene in lizenzierten Geschäften.
Das von Lars Muller geleitete Unternehmen SynBiotic möchte Cannabispräparate zur Behandlung von Krankheiten wie chronischen Schmerzen, Stress und Schlafproblemen einsetzen. Cannabis hat eine Reihe von negativen Nebenwirkungen, die von der Stärke, der Häufigkeit der Einnahme und der Person abhängen.
Der Tech-Investor Christian Angermayer teilte CNBC am Donnerstag per E-Mail mit, dass er 45 % der Aktien von SynBiotic besitzt.
"Der größte Profiteur [der deutschen Cannabis-Legalisierung] ist mein Cannabis-Plattform-Unternehmen SynBiotic, das einzige deutsche börsennotierte Cannabis-Unternehmen - und eines der größten überhaupt", sagte Angermayer.
Angermayer hat in ein Unternehmen namens ATAI investiert, das versucht, Medikamente zu entwickeln, die zur Behandlung psychischer Erkrankungen eingesetzt werden können. Die Aktien von ATAI stiegen bei ihrem Debüt an der Wall Street im Juni um 40 %, haben sich seitdem aber halbiert.
Alexander Galitsa, Analyst bei der Investmentbank Hauck und Aufhauser, schrieb am Donnerstag in einer Mitteilung an seine Kunden, dass der deutsche Cannabismarkt in den kommenden Jahren ein "explosives Wachstum" erleben wird.
Galitsa verwies auf Studien, die nahelegen, dass die Legalisierung von Cannabis zwischen 3,4 Milliarden Euro und 4,7 Milliarden Euro an jährlichen Steuereinnahmen generieren und gleichzeitig schätzungsweise 27.000 neue Arbeitsplätze schaffen könnte.
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Zur Aktienanalyse"Dies sind natürlich hervorragende Nachrichten für SynBiotic, das bereits eine starke Position auf dem europäischen Cannabinoidmarkt und insbesondere in Deutschland eingenommen hat", sagte er.
"Dank seines First-Mover-Vorteils in Deutschland und einer breiten Abdeckung der Wertschöpfungskette ist SynBiotic ideal positioniert, um von den regulatorischen Änderungen zu profitieren und sich als europäischer Marktführer zu etablieren", fügte Galitsa hinzu.
Der Freizeitkonsum von Cannabis in Kanada wurde Ende 2018 legalisiert und der jährliche Umsatz hat bereits 2 Milliarden Euro überschritten, sagte Galitsa, bevor er hinzufügte, dass in Kanada deutlich weniger Menschen leben.


