Airbus, Thales und Leonardo planen Satellitenallianz
Europa will mit „Projekt Bromo“ unabhängiger von US- und China-Konkurrenz werden

Drei große europäische Luft- und Raumfahrtunternehmen bereiten den Zusammenschluss ihrer Satellitensparten vor, um im globalen Wettbewerb mit Herstellern aus den USA und China bestehen zu können. Airbus, Thales und Leonardo wollen unter dem Projektnamen „Bromo“ ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, das sich der Entwicklung und Fertigung von Satelliten widmet. Ziel ist es, eine schlagkräftige europäische Alternative zu den dominierenden Anbietern auf dem Weltmarkt zu schaffen.
Airbus-Manager Michael Schöllhorn erklärte in einem Interview mit der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“, dass eine erste Rahmenvereinbarung noch in diesem Jahr unterzeichnet werden könnte. Damit bestätigte er zugleich einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Schöllhorn betonte, dass ein solches Vorhaben einen zweistufigen Prozess erfordere: Zunächst müsse eine grundlegende Vereinbarung geschlossen werden, anschließend folge die Phase bis zum endgültigen Geschäftsabschluss.
Nach Angaben von Insidern ist ein Unternehmenswert von rund zehn Milliarden Euro im Gespräch. Die genaue Aufteilung der Anteile zwischen den Partnern sei Gegenstand laufender Verhandlungen, es deute jedoch vieles auf eine annähernd gleichmäßige Beteiligung hin. Auch Airbus-Chef Guillaume Faury sprach zuletzt davon, dass die Unternehmen kurz vor einer Einigung stünden.
Mit der geplanten Fusion reagieren die beteiligten Firmen auf die wachsende Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten und aus China. Besonders Unternehmen wie SpaceX mit seinem Satellitennetzwerk Starlink haben in den vergangenen Jahren ihre Marktmacht erheblich ausgebaut. Europa will mit dem Zusammenschluss der drei Konzerne seine technologische Unabhängigkeit stärken und sich zugleich neue Marktchancen sichern.
Da die beteiligten Unternehmen jeweils staatliche Anteilseigner haben, erfordert das Projekt auch die Zustimmung der Politik. Zudem ist zu erwarten, dass Wettbewerbsbehörden die Pläne genau prüfen werden, bevor eine endgültige Entscheidung fallen kann. Ziel ist es, die europäischen Kapazitäten in der Satellitenherstellung zu bündeln und dadurch den Zugang zu einem Zukunftsmarkt zu sichern, der zunehmend von geopolitischen Interessen geprägt ist.
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Zur AktienanalyseDas Vorhaben unterstreicht die strategische Bedeutung der Raumfahrtindustrie für Europa. Satelliten sind nicht nur für Telekommunikation und Navigation von zentraler Bedeutung, sondern auch für Sicherheit, Verteidigung und die Beobachtung der Erde. Mit „Projekt Bromo“ könnte erstmals ein europäischer Konzern entstehen, der in dieser Schlüsselbranche auf Augenhöhe mit den weltweiten Marktführern agiert.


