Airbus plant 10% Kostensenkung wegen Lieferkettenproblemen
Der europäische Luftfahrtriese weist Tausende Mitarbeiter an, Ausgaben zu drosseln – zusätzlich zum laufenden LEAD-Sparprogramm.

Airbus steht unter Druck: Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern hat Tausende von Mitarbeitern angewiesen, die Ausgaben um 10% zu senken. Hintergrund sind anhaltende Lieferkettenprobleme sowie die allgemeine globale wirtschaftliche Unsicherheit, die das Kerngeschäft mit Verkehrsflugzeugen belasten. Das berichtet Reuters unter Berufung auf drei Branchenquellen.
Die sogenannte „Kosteneindämmungs"-Anordnung richtet sich gezielt gegen nicht-industrielle Ausgaben im Bereich der zivilen Luftfahrt sowie in der Konzernzentrale. Besonders im Fokus steht dabei die Abhängigkeit des Unternehmens von externen Dienstleistern und Auftragnehmern, die traditionell einen wesentlichen Teil der Ressourcen des Konzerns ausmachen.
Die Maßnahmen sind laut den Quellen bereits seit mehreren Wochen in Kraft, wurden bislang jedoch nicht öffentlich kommuniziert. Sie betreffen sowohl das Geschäft mit Verkehrsflugzeugen als auch die Funktionen der Hauptverwaltung des Konzerns.
Ergänzung zum bestehenden LEAD-Programm
Wichtig zu verstehen ist, dass es sich bei der neuen Sparinitiative um eine separate Maßnahme handelt – sie ergänzt das bereits seit zwei Jahren laufende Kosteneinsparungsprojekt namens LEAD. Airbus verfolgt damit auf zwei parallelen Wegen das Ziel, die Kostenstruktur des Unternehmens zu verbessern.
Das LEAD-Programm läuft bereits seit zwei Jahren und zielt ebenfalls auf eine strukturelle Verbesserung der Ausgabensituation ab. Die neue „Kosteneindämmungs"-Direktive geht nun darüber hinaus und setzt kurzfristig an den nicht-industriellen Aufwendungen an.
Lieferketten und globale Unsicherheit als Treiber
Die Luftfahrtbranche kämpft seit Jahren mit Unterbrechungen in den globalen Lieferketten. Für Airbus bedeutet das konkret: Verzögerungen bei der Flugzeugauslieferung und erhöhter operativer Aufwand. Die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit auf den Weltmärkten verschärft die Situation zusätzlich.
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Zur AktienanalyseAirbus ist als einer der beiden dominierenden Flugzeughersteller der Welt – neben dem US-amerikanischen Konkurrenten Boeing – besonders auf eine funktionierende Lieferkette angewiesen. Störungen bei Zulieferern für Triebwerke, Kabinenbauteile oder Elektronik können die gesamte Produktionsplanung durcheinanderbringen und zu Strafzahlungen gegenüber Airlines führen.
Die nun angeordneten Einsparungen bei externen Dienstleistern deuten darauf hin, dass Airbus kurzfristig Spielraum in den indirekten Kosten sucht, ohne die eigentliche Produktion zu beeinträchtigen. Für Anleger und Beobachter des Unternehmens ist die Maßnahme ein Signal, dass der Konzern die Kostendisziplin trotz des schwierigen Umfelds aktiv steuert.

