Airbus liefert im Mai 81 Jets aus – China-Stau gelöst
Nach dem Ende eines regulatorischen Konflikts mit China steigen die Airbus-Auslieferungen im Mai deutlich auf 81 Flugzeuge.

Airbus hat im Mai 81 Flugzeuge ausgeliefert – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 51 Jets, die im Mai des Vorjahres übergeben wurden. Branchenkreisen zufolge ist dieser Sprung teilweise darauf zurückzuführen, dass zuvor in einem regulatorischen Konflikt mit China festsitzende Maschinen nun freigegeben wurden. Airbus selbst lehnte eine Stellungnahme zu den Auslieferungszahlen vor der offiziellen monatlichen Aktualisierung ab.
Bereits im April hatte Airbus eingeräumt, dass eine Reihe von Auslieferungen im ersten Quartal aufgrund eines sogenannten „administrativen Themas" in China verzögert worden sei – das Unternehmen erklärte die Angelegenheit jedoch für gelöst. Zwei mit der Sache vertraute Personen berichteten, China habe offenbar die Übergabe neuer Airbus-Flugzeuge bewusst verzögert, um Druck auf europäische Regulierungsbehörden auszuüben. Hintergrund ist die noch ausstehende Zertifizierung des chinesischen Passagierjets C919 durch die europäische Luftfahrtbehörde EASA.
Die französische Zeitung „La Tribune" hatte am 11. Mai als erstes Medium über den Konflikt berichtet und die Zahl der betroffenen Flugzeuge auf rund 20 beziffert. Bloomberg berichtete später, dass die Schwierigkeiten mehrere Monate angedauert hätten. Als Reaktion auf den Bloomberg-Bericht vom 26. Mai erklärte die Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit (EASA), die Arbeiten zur Validierung der C919 würden „in voller Zusammenarbeit" mit den chinesischen Behörden und dem Hersteller COMAC voranschreiten.
Jahresziel von 870 Auslieferungen unter Beobachtung
Trotz der positiven Mai-Zahlen warnen Analysten vor voreiligen Schlüssen. Es sei noch zu früh, um zu beurteilen, ob die Beschleunigung ausreicht, um Airbus auf Kurs für das Jahresziel von 870 Auslieferungen zu halten. Denn neben dem China-Problem kämpft der Flugzeugbauer weiterhin mit strukturellen Herausforderungen in der Lieferkette.
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Zur AktienanalyseViele Auslieferungen wurden durch fehlende Triebwerke oder Kabinenausstattungen verzögert. Zusätzlich bereitet ein ehemaliges Werk des US-Zulieferers Spirit AeroSystems Probleme, das Komponenten für den Langstreckenjet A350 liefert und dessen Liefertempo hinter den Erwartungen zurückbleibt. Diese Engpässe belasten die Produktionsplanung des europäischen Flugzeugbauers erheblich.
Der in Großbritannien ansässige Luftfahrtanalyst Rob Morris betonte, Airbus müsse in den kommenden Monaten eine starke Dynamik beibehalten, um das Jahresziel zu erreichen. Er räumte jedoch ein, dass das Unternehmen „Fortschritte beim Abbau der Lagerbestände" mache – ein positives Signal für die zweite Jahreshälfte. Für Anleger und Beobachter bleibt die monatliche Auslieferungsstatistik damit ein wichtiger Gradmesser für die operative Leistungsfähigkeit von Airbus.


